19 June 2026, 22:17

Verurteilter Mörder flieht während Hafturlaubs aus niedersächsischem Gefängnis

Flucht wirft Fragen auf: Mörder bekommt Tagesausgang - Wie kann das sein?

Verurteilter Mörder flieht während Hafturlaubs aus niedersächsischem Gefängnis

Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter ist während eines begleiteten Ausflugs aus der Justizvollzugsanstalt Celle in Peine geflohen. Benjamin F. nutzte eine Genehmigung für einen Hafturlaub, um mit einem Motorrad zu flüchten – und wirft damit Fragen zur Sicherheit der Gefängnisprotokolle in Niedersachsen auf.

Benjamin F. hatte Anspruch auf Hafturlaub nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes. Er saß bereits über acht Jahre in Haft und galt aufgrund einer Verhaltensbeurteilung als nicht flucht- oder rückfallgefährdet. Dies ermöglichte ihm die Teilnahme an unbegleiteten Aktivitäten oder kurzfristigen Beurlaubungen.

Vor seiner Flucht war ihm bereits 38 Mal Hafturlaub gewährt worden, darunter kürzlich ein Besuch bei seiner Mutter in Vöhrum. Begleitpersonen bei solchen Ausgängen sind nicht dafür vorgesehen, die Gefangenen ständig zu überwachen, sondern sollen ihnen helfen, den Zweck des Urlaubs zu erfüllen. Ihre Hauptaufgabe besteht nicht darin, Fluchtversuche oder Straftaten zu verhindern.

Benjamin F. wurde etwa 24 Stunden nach seiner Flucht in Italien festgenommen. Seine Ergreifung erfolgte nach einem Verkehrsunfall, durch den seine Aufenthaltsort bekannt wurde.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen übt scharfe Kritik an dem Vorfall. Solche Fluchtfälle untergrüben das Vertrauen der Bevölkerung in das Strafvollzugssystem, argumentieren die Abgeordneten. Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen Resozialisierungsmaßnahmen und Sicherheit in den Gefängnissen des Landes auf.

Quelle