Traditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen schwacher Absatzzahlen
Gerfried ThiesTraditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen schwacher Absatzzahlen
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Als Hauptgründe nannte die Brauerei anhaltend schwache Absatzzahlen und stark gestiegene Kosten. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der die deutsche Bierbranche weiterhin mit rückläufiger Nachfrage und finanziellen Belastungen kämpft.
Am Freitag reichte Wolters offiziell den Insolvenzantrag ein. Das Unternehmen kündigte an, sein Geschäftsmodell grundlegend umzustrukturieren und sich wieder stärker auf den regionalen Markt zu konzentrieren. Teil der Strategie ist eine Abkehr vom traditionellen Braugeschäft hin zu einem breiteren Getränkeportfolio, das auch alkoholfreie Produkte umfasst.
Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung über das Verfahren informiert. Löhne und Gehälter bleiben während des Umstrukturierungsprozesses gesichert. Die Geschäftsaktivitäten werden unter der Aufsicht der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte und der Eckert Assurance GmbH fortgeführt.
Allein im Jahr 2025 sanken die Bierverkäufe in Deutschland um weitere sechs Prozent – eine zusätzliche Belastung für Wolters. Die Braubranche leidet seit der COVID-19-Pandemie unter explodierenden Produktions- und Energiekosten, während globale Krisen die Lieferketten durcheinandergebracht haben. Der Rechtsvertreter Kimon Kantis betonte, die Eigenverwaltung ermögliche es dem Unternehmen, die branchenspezifischen Herausforderungen nachhaltig anzugehen.
Ziel der Restrukturierung ist eine strategische Neuausrichtung bei gleichzeitigem Erhalt aller Geschäftsbereiche. Als hundertprozentige Tochter der Volksbank BRAWO eG ist Wolters Teil eines umfassenderen Wandels innerhalb des Mutterkonzerns. Langfristig soll das Unternehmen stabilisiert und an die veränderten Marktbedingungen angepasst werden.






