Staatsanwalt und Schönheitschirurg wegen Steuerbetrugs und Datenmissbrauchs vor Gericht
Brigitta SchülerStaatsanwalt und Schönheitschirurg wegen Steuerbetrugs und Datenmissbrauchs vor Gericht
In dieser Woche müssen sich ein Staatsanwalt und ein plastischer Chirurg vor dem Landgericht Berlin-Tiergarten wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem Umsatzsteuerbetrug verantworten. Der Prozess, der am Montag beginnt, umfasst Vorwürfe der Steuerhinterziehung, Geldwäsche und des unbefugten Datenzugriffs durch die beiden Angeklagten.
Der Staatsanwalt soll dem Arzt zwischen 2018 und 2020 dabei geholfen haben, rund 62.000 Euro Umsatzsteuer zu hinterziehen. Den Ermittlungen zufolge erbrachte der Arzt medizinische Leistungen ohne Rechnungslegung und nahm Bargeldzahlungen entgegen, um seine Steuerpflichten zu umgehen. Der Staatsanwalt soll das Geld gewaschen haben, indem er entsprechende Beträge von seinem eigenen Konto auf das des Arztes überwies.
Doch das war noch nicht alles: Dem Staatsanwalt wird zudem vorgeworfen, sich unbefugt Zugang zur internen Datenbank der Berliner Staatsanwaltschaft verschafft zu haben. Er soll dort sensible Patientendaten abgerufen und an den Arzt weitergegeben haben, der die Informationen anschließend für Inkassozwecke nutzte. Die Anklage argumentiert, dass dieser Verstoß gegen den Datenschutz das öffentliche Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden erschüttert habe.
Weitere Vorwürfe besagen, dass der Staatsanwalt die hinterzogenen Gelder verwaltete und sie dem Arzt bei Bedarf wieder zukommen ließ. Statt das Geld zu verstecken, soll er es jedoch für private Ausgaben verwendet haben – darunter Urlaube, Drogen und sexuelle Dienstleistungen.
Im Prozess wird nun das Ausmaß des Betrugs sowie der Missbrauch sensibler Daten untersucht. Bei einer Verurteilung drohen beiden Angeklagten schwere Strafen für ihre Rolle in dem mutmaßlichen System. Der Fall zeigt die finanziellen und reputativen Schäden auf, die durch die vorgeworfenen Straftaten entstanden sein sollen.






