Jungheinrich kämpft mit Profiteinbruch und Führungswechsel nach Streik und Marktbelastung
Brigitta SchülerJungheinrich kämpft mit Profiteinbruch und Führungswechsel nach Streik und Marktbelastung
Jungheinrich durchlebt tiefgreifende Veränderungen in Führung und Finanzperformance
Der Staplerhersteller aus Hamburg verzeichnete im ersten Quartal einen deutlichen Rückgang der Erträge vor Zinsen und Steuern (EBIT), die sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbierten. Gleichzeitig verließ die Finanzchefin das Unternehmen, was zu einer vorübergehenden Umstrukturierung an der Spitze führte.
Für die ersten drei Monate des Jahres meldete Jungheinrich einen steilen Profitabilitätseinbruch. Verantwortlich dafür sind der harte Wettbewerb auf dem Markt sowie ein längerer Streik am Produktionsstandort Lüneburg, die das Unternehmen stark belasten.
Auch der Börsenwert litt unter der Entwicklung. Seit Ende 2025 hat sich die Marktkapitalisierung von Jungheinrich um fast 30 Prozent verringert und liegt nun bei rund 2,6 Milliarden Euro. Die 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die im MDAX gehandelt werden, befinden sich größtenteils im Streubesitz.
Auf die finanziellen Rückschläge folgten personelle Wechsel: Finanzvorständin Heike Wulff schied früher als geplant aus, nachdem ihr Mandat im Vorstand nicht verlängert wurde. Bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist, übernimmt CEO Lars Brzoska die Finanzgeschäfte kommissarisch.
Jungheinrich bleibt weiterhin stark in Familienhand. Die Nachkommen des Gründers halten über 54 Millionen stimmberechtigte, nicht börsennotierte Stammaktien 53 Prozent des Gesamtkapitals. Diese sind gleichmäßig auf die Familien der beiden Töchter Friedrich Jungheinrichs aufgeteilt.
Nun steht das Unternehmen vor der Aufgabe, die Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig eine neue Finanzchefin oder einen neuen Finanzchef zu finden. Angesichts des unter Druck geratenen EBIT und des sinkenden Börsenwerts muss die interimistische Führung sowohl operative als auch strategische Herausforderungen bewältigen. Die Gründerfamilie hält weiterhin die Mehrheit der Anteile und sichert sich so weiterhin maßgeblichen Einfluss auf zentrale Entscheidungen.






