16 March 2026, 22:23

Automobilzulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihr Überleben und Arbeitsplätze

Flowchart diagram illustrating the energy supply chain, showing stages of energy production with vehicles, trees, and text annotations detailing energy output, emissions, and processes.

Automobilzulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihr Überleben und Arbeitsplätze

Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen mit Insolvenzen und Stellenabbau

Die Automobilzulieferer in Baden-Württemberg stehen vor wachsenden Insolvenzzahlen und massiven Arbeitsplatzverlusten. In einem aktuellen Positionspapier warnt der Automotive Cluster der wvib Schwarzwald AG, dass die Zukunft der Branche von faireren Partnerschaften und stärkerer staatlicher Unterstützung abhängt. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der Unternehmen mit rückläufigen Aufträgen und dem Druck durch die Umstellung auf Elektromobilität zu kämpfen haben.

Der Beirat des Automotive Clusters, unterstützt von 53 Unterzeichnern, hat in seinem jüngsten Positionspapier dringende Forderungen formuliert. Darin wird die Automobilindustrie aufgefordert, mittelständische Zulieferer fairer zu behandeln – mit planbaren Verträgen und klaren Transformationsstrategien. Ohne solche Rahmenbedingungen sei eine langfristige Planung für viele Betriebe kaum noch möglich.

Hanna Böhme, Geschäftsführerin der wvib Schwarzwald AG, betonte die doppelte Belastung durch die wirtschaftliche Abkühlung und den Wandel im Antriebsstrang. Sie unterstrich, dass verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend seien, um Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region zu sichern. Mit der Kampagne "Deutschland kann mehr" fordert der Cluster eine Reformagenda, die auf marktverzerrende Subventionen verzichtet und stattdessen faire Wettbewerbsregeln in den Vordergrund stellt.

An die Politik gerichtet, listet das Papier konkrete Handlungsaufforderungen auf: niedrigere Energiepreise, beschleunigte Genehmigungsverfahren, bessere Fachkräfterekrutierung und eine stärkere Forschungsförderung. Die Zulieferer sprechen sich zudem für eine CO₂-Bepreisung aus, da diese über Marktanreize Innovation fördere. Doch ohne umfassendere Reformen drohe der Region als Technologiestandort weiter an Bedeutung zu verlieren.

Besonders hart trifft die Krise traditionelle Automobilstandorte wie Stuttgart und Waiblingen. Über 20 Prozent der lokalen Arbeitsplätze hängen von der Fahrzeugproduktion ab – Gemeinden sind damit besonders anfällig für weitere Abschwünge. Unterinvestitionen in neue Technologien und sinkende Produktionszahlen haben die Lage vieler Zulieferer zusätzlich verschärft.

Das Positionspapier skizziert klare Schritte zur Stabilisierung des Sektors: fairere Behandlung durch die Hersteller und gezielte politische Maßnahmen, um den wirtschaftlichen Druck zu mindern. Ohne solche Schritte steht die Zukunft der Automobilzulieferer in der Region – und damit Tausender Arbeitsplätze – auf dem Spiel.

Quelle