Traditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet nach Cyberangriff Insolvenz an
Gerfried ThiesTraditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet nach Cyberangriff Insolvenz an
Wehrle-Werk AG stellt Insolvenzantrag nach monatelangen Finanzproblemen
Die traditionsreiche Wehrle-Werk AG, ein seit Generationen familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Emmendingen, hat nach monatelanger finanzieller Belastung Insolvenz angemeldet. Das auf Umwelttechnik und großindustrielle Komponenten spezialisierte Unternehmen war im Mai Opfer eines Cyberangriffs geworden, der die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfte.
Das 1860 gegründete Unternehmen hat sich mit thermischen Verarbeitungssystemen und der Verwertung von Abfällen einen Namen gemacht. In den letzten Jahren sah es sich jedoch zunehmend dem Wettbewerb durch Branchengrößen wie Veolia, Suez, Remondis und Alba ausgesetzt. Diese Konzernriesen dominieren den Markt mit ihrer internationalen Präsenz und fortschrittlicheren Recyclingtechnologien.
Die Krise spitzte sich zu, als ein Cyberangriff am 11. Mai die Produktions- und Kommunikationssysteme lahmlegte. Angesichts rückläufiger Aufträge und wachsendem finanziellen Druck sah sich die Wehrle-Werk AG schließlich gezwungen, am 25. August beim Amtsgericht Freiburg einen Insolvenzantrag zu stellen.
Der Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Während das Stammunternehmen nun in Restrukturierungsgespräche eintritt, bleiben die Tochtergesellschaften von den Entwicklungen unberührt. Die Mitarbeiter erhalten vorerst weiterhin ihr Gehalt – gesichert durch Insolvenzgeld.
Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird nun nach Lösungen zur Sanierung des Unternehmens gesucht. Die spezielle Expertise der Wehrle-Werk AG im Bereich Umwelttechnik könnte dabei eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Betriebs spielen. Bis auf Weiteres laufen die Geschäfte unter der Aufsicht des Insolvenzverwalters weiter.






