09 May 2026, 14:24

Eklat bei Gedenkfeier in Halle: Russische Fahnen sorgen für politische Spannungen

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Fahne zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Eklat bei Gedenkfeier in Halle: Russische Fahnen sorgen für politische Spannungen

Spannungen bei Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale)

Die diesjährige Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) eskalierte diese Woche in einem politischen Eklat. Die eigentlich den Widerstandskämpfern und sowjetischen Kriegsopfern gewidmete Zeremonie wurde von einer umstrittenen Gruppe gestört, die mit russischen Fahnen aufmarschierte. Zwischen Veranstaltern und Teilnehmern kam es zu Auseinandersetzungen über die Anwesenheit der Gruppe und deren mutmaßliche politische Verbindungen.

Die Feier begann mit Reden lokaler Vertreter und antifaschistischer Organisationen. Dr. Judith Marquardt, die stellvertretende Oberbürgermeisterin, niederlegte im Namen des Oberbürgermeisters einen Kranz am sowjetischen Ehrenmal. Gisela Döring von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) ehrte anschließend die Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkriegs Widerstand gegen das NS-Regime leisteten.

Die Teilnehmer legten zudem Blumen am Gedenkhain für deutsche Widerstandskämpfer sowie an den Gräbern sowjetischer Kriegsopfer nieder. Auf dem Südfriedhof in Halle ruhen die sterblichen Überreste von 977 sowjetischen Bürgern – obwohl die Stadt 1945 nicht von der Roten Armee, sondern von der US-Armee befreit wurde.

Eine abrupten Wendung nahm die Veranstaltung, als Mitglieder der „Halle-Bewegung“ mit russischen Fahnen und Symbolen auftauchten. Die Veranstalter warfen der Gruppe vor, Verbindungen zur rechtsextremen AfD zu unterhalten und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Eric Stehr, einer der Redner, mahnte, dass es im Angesicht von Faschismus – ob in alter oder neuer Form – keine Neutralität geben dürfe.

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Lukas Wanke von der VVN-BdA richtete sich an die Versammelten und betonte, der Kampf der Widerstandskämpfer sei noch nicht beendet. Der Leitspruch „Nie wieder“ dulde keine Ausnahmen, so Wanke. Gleichzeitig stellte er klar, dass die historische Rolle der Roten Armee nicht als Rechtfertigung für heutige Ungerechtigkeiten oder Konflikte instrumentalisiert werden dürfe.

Die Gedenkfeier endete in angespannter Atmosphäre zwischen den Teilnehmern und der störenden Gruppe. Während die Blumen an den Denkmälern blieben, verlagerte sich der Fokus der Veranstaltung von der Erinnerung zur politischen Konfrontation. Die Veranstalter bekräftigten ihre ablehnende Haltung gegenüber rechtsextremen Tendenzen und ausländischer Militäraggression.

Quelle