Revolutionärer Wasserfilter aus Bruchsal entfernt Mikroplastik und PFAS mit 4,5 Millionen Euro Investition
Hans-Josef BeckmannRevolutionärer Wasserfilter aus Bruchsal entfernt Mikroplastik und PFAS mit 4,5 Millionen Euro Investition
Klar2O, ein Start-up aus Bruchsal, sichert sich 4,5 Millionen Euro in Series-A-Finanzierung, um seine Wasserfiltertechnologie auszubauen. Das Unternehmen will den Trinkwassermarkt mit einem System revolutionieren, das Mikroplastik, Nanoplastik und schädliche "Ewigkeitschemikalien" aus Leitungswasser entfernt. Investoren sehen großes Potenzial in der patentierten Smart Surface Technology, die saubereres Wasser bei geringerem Energieverbrauch als herkömmliche Filter verspricht.
Die Finanzierungsrunde wurde von der FMC Beteiligungs KG Bremen angeführt. Klar2O wird die Mittel nutzen, um die Produktion hochzufahren und in internationale Märkte vorzudringen. Im Fokus steht die breite Verfügbarkeit der Technologie für Haushalte und Unternehmen.
Die Smart Surface Technology von Klar2O funktioniert anders als Standardfilter. Sie nutzt selektive Adsorption, um Schadstoffe einzufangen, während der Druckverlust gering bleibt. Diese Methode ist nicht nur energieeffizient, sondern auch nachhaltig, da die Filter regeneriert und recycelt werden können.
Aktuelle Studien unterstreichen die Dringlichkeit des Problems. Untersuchungen ergaben durchschnittlich 240.000 Plastikpartikel pro Liter in Flaschenwasser – 90 Prozent davon waren Nanoplastik mit einer Größe von unter einem Mikrometer. Diese winzigen Teilchen können in menschliches Blut, Urin und Organe gelangen und werfen Fragen nach langfristigen Gesundheitsfolgen auf. Bisher hat kein Land gesetzliche Grenzwerte für Nanoplastik oder PFAS in Trinkwasser festgelegt.
Die Filter von Klar2O zielen nicht nur auf Mikroplastik ab, sondern auch auf PFAS – Chemikalien, die sich hartnäckig in der Umwelt halten. Durch die Kombination hoher Adsorptionseffizienz mit recycelbaren Materialien behauptet das Unternehmen, mit seinem System einen neuen Standard für Wasserreinheit und Nachhaltigkeit zu setzen.
Mit 4,5 Millionen Euro frischem Kapital bereitet sich Klar2O darauf vor, die Produktion auszuweiten und auf globale Märkte vorzudringen. Die Technologie trifft auf eine wachsende Nachfrage nach sauberem Trinkwasser, insbesondere angesichts der zunehmenden Sorgen über Nanoplastik und PFAS. Das Fehlen von Regularien zu diesen Schadstoffen könnte das Interesse an den Filtrationslösungen des Unternehmens weiter steigern.






