27 April 2026, 04:22

Regierung lehnt Kapazitätsmarkt ab – doch Kraftwerke drohen die Stilllegung

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erläuterndem Text.

Regierung lehnt Kapazitätsmarkt ab – doch Kraftwerke drohen die Stilllegung

Die deutsche Regierung hat die Einführung eines Kapazitätsmarkts zur Unterstützung notleidender Kraftwerke ausgeschlossen. Diese Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem große Energiekonzerne warnen, dass die aktuellen Marktbedingungen sie zum Schließen von Anlagen zwingen. Branchenvertreter argumentieren, dass ohne Änderungen das Risiko besteht, Deutschland könnte dringend benötigte Reservekapazitäten verlieren.

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Auf dem derzeitigen reinen Strommarkt ist es für manche Reservekraftwerke unwirtschaftlich, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Unternehmen wie E.ON, RWE und EnBW haben bereits angekündigt, 26 Kraftwerke stillzulegen. Bevor es zu Schließungen kommt, müssen sie jedoch zunächst die Zustimmung der Bundesnetzagentur einholen.

E.ON und RWE behaupten, die bestehenden Markttendenzen entmutigten Investitionen in neue Kapazitäten. E.ON hat sogar angedeutet, dass Deutschland am Ende doch eine Art indirekten Kapazitätsmarkt erhalten könnte – trotz offizieller Ablehnung. Energieminister Sigmar Gabriel hat die Idee eines Kapazitätsmarkts entschieden zurückgewiesen und ihn mit Kapazitätsgebühren im mobilen Internet verglichen.

Deutschland unterhält bereits eine "strategische Reserve" von 2,6 Gigawatt, die für Notfälle bereitsteht. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat vorgeschlagen, diese Reserve auf 7 bis 10 Gigawatt auszubauen und flexibler zu gestalten, um die Nachfrage besser zu decken.

Ohne einen Kapazitätsmarkt könnten Energieunternehmen weiterhin unwirtschaftliche Kraftwerke vom Netz nehmen. Die Abhängigkeit der Regierung von der strategischen Reserve könnte steigen, während die Reservekapazitäten schrumpfen. Bis auf Weiteres müssen die Unternehmen jedoch die regulatorischen Schritte einhalten, bevor sie Anlagen stilllegen.

Quelle