ProSiebenSat.1 setzt auf KI-Shows mit toten Stars – ein riskanter Quoten-Rettungsversuch
Brigitta SchülerProSiebenSat.1 setzt auf KI-Shows mit toten Stars – ein riskanter Quoten-Rettungsversuch
ProSiebenSat.1 startet zwei neue Shows, um schwächelnde Quoten zu retten
Der Medienkonzern, der im vergangenen Jahr über 400 Stellen abgebaut hat, setzt nun auf hochkarätiges Unterhaltungsprogramm, um seine Zukunft zu sichern. Eine der neuen Sendungen wird sogar KI einsetzen, um verstorbene Musiklegenden für Auftritte mit lebenden Künstlern "wiederzubeleben".
Die erste Show, "Staying Alive – Stars singen mit Legenden", feiert am 25. April Premiere. Darin treten aktuelle Künstler in Duetten mit längst verstorbenen Ikonen wie Elvis Presley, Whitney Houston und Freddie Mercury auf. Die Produktionsfirma Endemol Shine hat diese Auftritte mithilfe von Doubles und KI realisiert, die Stimmen und Erscheinungsbilder der toten Stars nachahmen.
Die zweite Sendung, "Fiebertraum", zeigt unter anderem ein Duett zwischen dem deutschen Popstar Sasha und der verstorbenen Amy Winehouse. Winehouses Karriere war von intensiver öffentlicher Beobachtung geprägt – ihr Management stand in der Kritik, sie vor ihrem Tod 2011 übermäßig ausgenutzt zu haben. Ihre letzten Auftritte zeigten oft Spuren ihres gesundheitlichen Verfalls.
Endemol Shine sieht sich mit ethischen Fragen konfrontiert, ob es vertretbar ist, Künstler ohne deren Zustimmung digital "wiederzuerwecken". Doch das Unternehmen scheint sich mehr auf spektakuläre Inhalte zu konzentrieren als auf die Klärung dieser Bedenken. ProSiebenSat.1 wiederum steht unter Druck, den finanziellen Niedergang nach den Massenentlassungen des Vorjahres zu stoppen.
Beide Formate sind Teil der Strategie des Senders, Zuschauer zurückzugewinnen und das Geschäft zu stabilisieren. Der Einsatz von KI und verstorbenen Stars markiert einen gewagten, aber umstrittenen Ansatz in der Unterhaltungsbranche. Ob der Plan aufgeht, hängt davon ab, ob das Publikum das Konzept annimmt – oder es als pietätlos und ausbeuterisch ablehnt.






