Neubaustrecke Mannheim–Frankfurt droht am Geldmangel zu scheitern
Hans-Josef BeckmannNeubaustrecke Mannheim–Frankfurt droht am Geldmangel zu scheitern
Pläne für die dringend benötigte Neubaustrecke zwischen Mannheim und Frankfurt stehen vor ernsten finanziellen Problemen. Das Projekt, das sich derzeit in der letzten Planungsphase befindet, gilt als entscheidend, um die stark überlastete Riedbahn-Strecke zu entlasten. Doch trotz seiner Bedeutung bleibt die Finanzierung ungewiss.
Die bestehende Riedbahn ist bereits jetzt am Limit. Prognosen zufolge wird sie bis 2040 mit 127 Prozent Auslastung betrieben – Verspätungen und Überlastungen sind dann unvermeidbar. Eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Mannheim und Frankfurt sollte hier Abhilfe schaffen, mit einem möglichen Baubeginn im Jahr 2027.
Doch die aktuellen Haushaltspläne offenbaren eine erhebliche Finanzlücke: 2027 fehlen rund 300 Millionen Euro, bis 2029 könnte sich das Defizit auf 1,5 Milliarden Euro summieren. Ohne die neue Strecke werden selbst kürzlich modernisierte Verbindungen wie die Riedbahn kaum spürbare Verbesserungen bei der Pünktlichkeit bringen.
Tarek Al-Wazir, der grüne Vorsitzende des Verkehrsausschusses, warnte, das Projekt sei "massiv gefährdet". Seine Äußerungen fielen während einer Bundestagssitzung im Februar 2026 – konkrete Lösungsvorschläge zur Finanzierung blieben jedoch aus.
Die Strecke Mannheim–Frankfurt bleibt damit in der Schwebe, obwohl sie für das deutsche Schienennetz von zentraler Bedeutung ist. Ohne zusätzliche Mittel droht das Vorhaben noch vor Baubeginn zu scheitern – mit der Folge, dass die stark frequentierte Riedbahn weiter ohne Entlastung auskommen muss und Verspätungen sowie Überfüllung zum Dauerzustand werden.






