Kartellverdacht bei deutschen Autobauern: Daimler bittet um Kronzeugenstatus
Gerfried ThiesKartellverdacht bei deutschen Autobauern: Daimler bittet um Kronzeugenstatus
Deutsche Autobauer stehen weiterhin wegen Kartellvorwürfen unter Beobachtung. Der Fall wird seit zwei Jahren geprüft, doch ein formelles Verfahren wurde bisher nicht eingeleitet. Der Daimler-Chef hat sich kürzlich erstmals öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Auf einem Gipfeltreffen in Stuttgart nahm Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche zu den Anschuldigungen Stellung. Das Unternehmen bestätigte, einen Antrag auf Kronzeugenregelung gestellt zu haben, nannte jedoch keinen Zeitpunkt. Daimler betonte zudem, dass der Antrag keine Schuldzuweisung bedeute.
BMW-Chef Harald Krüger fehlte bei der Veranstaltung krankheitsbedingt. Das Unternehmen zeigte sich verärgert über den Umgang Daimlers mit der Situation. Gemeinsame Projekte der beiden Konzern wurden inzwischen auf Eis gelegt.
Die Gespräche unter den Automobilherstellern hatten sich zuvor auf technische Standards konzentriert. Volkswagen hat sich bislang nicht öffentlich zu seiner Rolle in dem Fall geäußert.
Nach zwei Jahren Ermittlungen bleibt der Fall ungelöst. Die Selbstanzeige Daimlers bestätigt keine Verstöße. Die Branche wartet weiterhin auf offizielle Schritte der Aufsichtsbehörden.






