Historische Apotheke schließt nach 400 Jahren wegen Personalmangels
Hans-Josef BeckmannHistorische Apotheke schließt nach 400 Jahren wegen Personalmangels
Die Alte Apotheke, eine historische Apotheke mit über 400-jähriger Tradition, hat ihre Türen für immer geschlossen. Inhaber Christian Toll nannte Personalmangel als Hauptgrund – ausgelöst durch den Rücktritt der Filialleiterin. Trotz intensiver Suche blieb die Stelle unbesetzt, was letztlich zur Schließung zwang.
Toll hatte die Alte Apotheke 2014 übernommen. Jahrelang lief das Geschäft reibungslos, doch der Abgang der Filialleitung riss eine entscheidende Lücke. Da sich kein geeigneter Nachfolger finden ließ, sah sich Toll zu diesem schwierigen Schritt genötigt.
Der Mietvertrag für das Gebäude läuft nun aus, und bereits haben sich andere Branchen für die Räumlichkeiten interessiert. Die zwölf Mitarbeiter seiner Hauptapotheke behielt Toll hingegen bei – darunter vier ehemalige Beschäftigte der Alten Apotheke.
Die Schließung spiegelt einen landesweiten Trend in Brandenburg wider: Allein 2025 stellten zehn Apotheken in der Region den Betrieb ein, während nur vier Neueröffnungen hinzukamen. Aktuell gibt es noch 523 Apotheken im Land. Mit dem Wegfall der Alten Apotheke verbleiben in der Stadt nun nur noch zwei Standorte, um die lokale Nachfrage zu bedienen.
Toll, der selbst noch nicht an den Ruhestand denkt, plant allerdings, spätestens mit 65 Jahren zurückzutreten. Sein Fokus liegt nun darauf, die Hauptapotheke zu erhalten und sich den branchenspezifischen Veränderungen anzupassen.
Das Ende der Alten Apotheke markiert das Aus einer langjährigen Institution. Die beiden verbleibenden Apotheken vor Ort müssen nun die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Unterdessen bleibt die Zukunft des Gebäudes ungewiss – während Interessenten aus anderen Wirtschaftszweigen die Chance auf eine Nachnutzung prüfen.






