06 May 2026, 08:37

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass und Hetze entfacht

Ein Restaurant-Innenraum mit hölzernen Tischen und Stühlen vor einem großen Fenster, das auf eine Berliner Straße mit Fußgängern, Gebäuden und urbanen Elementen blickt.

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass und Hetze entfacht

Ein Restaurant in Mainz mit dem Namen Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden. Besitzer Veli Ivecen, ein türkisch-kurdischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Statt Lob erleben er und sein Team nun verbale Angriffe, Vandalismus und Hetze im Internet.

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Der Streit begann mit dem Namen des Restaurants, dem Kritiker eine politische Bedeutung unterstellen. Ivecen betont, Heimat – was so viel wie „Zuhause“ bedeutet – sei bewusst gewählt worden, um einen einladenden Ort für alle zu schaffen, nicht um eine Debatte zu provozieren.

Ivecen, der in der Türkei geboren wurde und in Deutschland aufgewachsen ist, wollte mit Heimat seine gemischte Herkunft widerspiegeln. Die Speisekarte verbindet traditionelle deutsche Gerichte mit türkischen und kurdischen Aromen – ein Konzept, das Menschen zusammenbringen soll. Doch der Name allein löste Wut bei sowohl rechtsextremen als auch linksextremen Gruppen aus.

Demonstranten beschimpften Ivecen als Nazi, andere zeigten vor dem Restaurant den Hitlergruß. Die Fassade des Gebäudes wurde mit dem Slogan „Das ist mein Zuhause, nicht deins“ besprüht, der später von den Mitarbeitern entfernt wurde. Neben öffentlichen Konfrontationen wird Ivecen und sein Team mit Hassnachrichten auf Instagram, per E-Mail und sogar im Restaurant selbst überhäuft.

Anfangs brachte die Gegenreaktion Ivecen dazu, über eine Umbenennung von Heimat nachzudenken. Er fühlte sich in eine politische Ecke gedrängt, obwohl dies nie seine Absicht war. Doch die Feindseligkeit hat seinen Entschluss nur bestärkt. Während er offenes Feedback zur Küche begrüßt, weigert er sich, persönliche Angriffe oder Forderungen nach einer Namensänderung zu akzeptieren.

Kritiker monieren zudem die Verschmelzung türkischer und kurdischer Einflüsse in der deutschen Küche. Ivecen jedoch bleibt standhaft: Die Vielfalt in seiner Küche ist bewusst gewählt, um gemeinsame Traditionen zu feiern – nicht, um zu spalten.

Der Streit hat Ivecen weder vom Namen Heimat noch von seiner kulinarischen Vision abgebracht. Er nimmt konstruktive Kritik an den Gerichten weiterhin an, lehnt aber die Angriffe auf sich und sein Team entschieden ab. Das Restaurant bleibt vorerst geöffnet, doch die Kontroverse zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung.

Quelle