Großrazzia gegen illegale Beschäftigung in der deutschen Kurierbranche
Brigitta SchülerGroßrazzia gegen illegale Beschäftigung in der deutschen Kurierbranche
Deutsche Behörden haben eine großangelegte Razzia gegen illegale Beschäftigung in der Kurierbranche gestartet. Mehr als 2.900 Zollbeamte führten bundesweit Kontrollen durch, um nicht angemeldete Arbeit und Lohnverstöße zu bekämpfen. Die Aktion folgt auf das rasante Wachstum des Paketversands, das durch den Boom des Online-Handels angetrieben wird.
Die Inspektionen fanden unter anderem in Köln und Münster statt, wo Beamte 27 Unternehmen in Köln und 16 in Münster überprüften. In einem Fall ging es um einen 39-jährigen Türken, der in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis tätig war. Viele Fahrer, die über Subunternehmer beschäftigt wurden, wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie eigentlich arbeiteten.
Häufig mussten die Zusteller unbezahlte Arbeitszeiten in Kauf nehmen und verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Einige wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern zu mieten, was ihre ohnehin geringen Löhne weiter schmälert. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie DPD, Hermes, GLS und Amazon setzt der Marktführer DHL weniger auf Subunternehmer.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte schärfere Maßnahmen gegen Ausbeutung in der Branche an. Ziel der Kontrollen ist es, Arbeitsgesetze durchzusetzen und Lohnbetrug in einem Sektor zu verhindern, der durch die Nachfrage nach E-Commerce-Lieferungen schnell gewachsen ist.
Die Aktion unterstreicht die anhaltenden Probleme mit illegaler Beschäftigung und Lohnunterschreitung in der deutschen Kurierbranche. Die Behörden werden die Branche weiterhin überwachen, um die Einhaltung der Arbeitsgesetze sicherzustellen. Die Razzia ist ein Signal für eine strengere Durchsetzung der Lohn- und Arbeitsvorschriften gegenüber Unternehmen, die gegen diese verstoßen.






