Frauenpfahl am Bodensee: Wo Halloween auf düstere Geschichte trifft
Hans-Josef BeckmannFrauenpfahl am Bodensee: Wo Halloween auf düstere Geschichte trifft
Halloween am Bodensee: Zwischen Geschichte und gruseliger Faszination
Der Bodensee bietet Halloween-Besuchern eine Mischung aus Historie und schaurigem Charme. Einer der unheimlichsten Orte ist der Frauenpfahl, ein Mahnmal am Ufer bei Konstanz. Einst Schauplatz düsterer Hinrichtungen, zieht er heute während der Halloween-Saison Abendführungen an.
Der Frauenpfahl diente im 16. Jahrhundert als offizieller Richtplatz. Stadtarchive belegen, dass zwischen 1529 und 1599 mindestens 40 Frauen hier nach Verurteilungen – etwa wegen Kindstötung – im Rhein ertränkt wurden. Die Verurteilten wurden an einen Pfahl gebunden und versanken im Fluss, oft nach einem öffentlichen Todesmarsch zum Hinrichtungsort.
Eine Legende verbindet den nahegelegenen Gnadensee mit einer tragischen Flucht: Eine zum Tod verurteilte Frau versuchte, mit ihrem Kind durchs Wasser nach Allensbach zu entkommen. Als die Glocken des Klosters Reichenau ertönten, wurde sie dort in Sicherheit gebracht – der See erhielt daraufhin seinen Namen.
Ein dokumentierter Fall ist Apollonia, eine Diebin, die am 9. November 1532 am Frauenpfahl hingerichtet wurde. Der düstere Ort steht heute im Kontrast zu seiner Rolle als Halloween-Attraktion. Besuchern wird empfohlen, warme Kleidung und eine Taschenlampe für abendliche Spaziergänge mitzubringen.
Neben dem Frauenpfahl laden der Konstanzer Münster und die Blumeninsel Mainau zu herbstlichen Ausflügen ein. Ein Stopp in einem Café rundet den Besuch ab.
Der Frauenpfahl mahnt an Konstanz' harte Justizgeschichte. Heute verbindet er sich mit Halloween-Bräuche und bietet Führungen, die seine unheimliche Vergangenheit erkunden. Wer nach Einbruch der Dunkelheit kommt, sollte sich warm anziehen – und eine Taschenlampe nicht vergessen.






