06 May 2026, 14:46

Frauen in Apotheken fordern mehr Wertschätzung und faire Löhne am Frauentag

Adexa: "Mehr Wertschätzung für Frauen in Apotheken"

Frauen in Apotheken fordern mehr Wertschätzung und faire Löhne am Frauentag

Zum Internationalen Frauentag fordert Adexa mehr Wertschätzung für die Arbeit von Frauen in Apotheken

Die Adexa, der Verband der Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, setzt sich am Internationalen Frauentag für eine bessere Anerkennung der Arbeit von Frauen in Apotheken ein. Gleichzeitig verlangt die Organisation verbesserte Arbeitsbedingungen in einem Sektor, in dem fast 90 Prozent der Beschäftigten weiblich sind. Tanja Kratt, Mitglied im Bundesvorstand, betont, dass echte Wertschätzung auch die Bekämpfung tief verwurzelter Diskriminierung einschließen muss.

Deutschlands Apotheken sind in hohem Maße von Frauen abhängig. Von den 162.000 Beschäftigten in der Branche sind in diesem Jahr 89,2 Prozent Frauen. Unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern liegt der Frauenanteil bei 74,1 Prozent, bei den Auszubildenden bei 74,8 Prozent. Noch höher sind die Zahlen bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (96,6 Prozent) und Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (97,5 Prozent).

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Diese Fachkräfte übernehmen täglich unverzichtbare Aufgaben: Sie beraten Patientinnen und Patienten, sorgen für Arzneimittelsicherheit und organisieren den Betriebsablauf. Doch trotz ihrer zentralen Rolle sehen sich Frauen in Apotheken weiterhin mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Der bundesweite Gender-Pay-Gap beträgt 16 Prozent – Frauen verdienen damit bei gleicher Arbeit 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer.

Doch es geht nicht nur um Löhne. Ungleiche Care-Verpflichtungen bremsen Frauen zusätzlich aus. Studien zeigen, dass sie zwei Drittel der Kinderbetreuung leisten, mehr Zeit in Hausarbeit investieren und den Großteil der Pflege älterer Angehöriger übernehmen. Dieses Ungleichgewicht schränkt berufliche Aufstiegschancen ein und mindert die finanzielle Absicherung im Alter.

Tanja Kratt von Adexa verweist auf den Widerspruch: Frauen prägen die Apothekenlandschaft, stoßen aber nach wie vor auf strukturelle Barrieren. Sie argumentiert, dass Anerkennung allein nicht ausreicht – solange Diskriminierung nicht aktiv angegangen wird.

Der Aufruf zum Wandel kommt zu einer Zeit, in der Frauen weiterhin das Rückgrat der öffentlichen Apotheken in Deutschland bilden. Ihre Arbeit garantiert, dass Patientinnen und Patienten fachkundige Beratung und zuverlässigen Zugang zu Medikamenten erhalten. Mit ihrer Forderung nach faireren Bedingungen setzt Adexa nun Arbeitgeber und Politiker unter Druck, sowohl die Lohnungleichheit als auch systemische Benachteiligungen zu beseitigen.

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