25 March 2026, 14:22

CDU und Grüne in Baden-Württemberg: Sondierungen starten mit tiefen Gräben statt Kompromissen

Alte Karte von Stuttgart, Deutschland, zeigt Stadtgrenzen, Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit detaillierten Textanmerkungen.

CDU und Grüne in Baden-Württemberg: Sondierungen starten mit tiefen Gräben statt Kompromissen

Spannungen zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg bleiben hoch – Sondierungsgespräche beginnen mit wenig Aussicht auf Einigung

Zwei Wochen nach der knapp gewonnenen Wahl haben CDU und Grüne in Stuttgart erstmals über eine mögliche Koalition verhandelt – doch von kooperativer Stimmung war wenig zu spüren. Die CDU gibt sich als geschädigte Partei und pocht in den Verhandlungen auf härtere Bedingungen.

Schon beim ersten Treffen zeigte sich die tiefe Kluft: Die Delegationen trafen aus entgegengesetzten Richtungen ein, als Symbol für die unüberbrückbaren Gegensätze. Die Grünen brachten Brezeln mit Butter und Getränke mit – eine kleine Geste in einer angespannten Atmosphäre. CDU-Landeschef Manuel Hagel, selbst unter Druck, musste Innenminister Thomas Strobl rügen, weil dieser ohne Absprache mit Journalisten gesprochen hatte. Hagel war zuvor selbst Ziel von Hassnachrichten und Drohungen im Netz geworden, doch die Ermittlungen wurden später eingestellt.

Die CDU wirft den Grünen vor, mit einer gezielten Diffamierungskampagne ihren Wahlkampf behindert zu haben. Zudem fordert sie einen größeren Anteil an Ministerien – die Regierungsbildung steckt fest, und nur die Stimme des Ministerpräsidenten als Stichentscheid könnte die Blockade lösen. Strobl verschärfte die Gräben weiter, indem er zwischen den "pragmatischen Kretschmann-Grünen" und den "unberechenbaren Özdemir-Grünen" unterschied, denen er misstraue.

Die harte Haltung der CDU spiegelt eine jahrelange konservative Ausrichtung wider. Unter Bundesvorsitzendem Friedrich Merz setzt die Partei auf Haushaltsdisziplin und Widerstand gegen grüne Politik. Die Erfahrungen mit ländlichen Wählern und das Scheitern der Koalition 2016 unter Winfried Kretschmann haben diese Linie verstärkt. Nun nutzt die CDU ihre empfundenen Ungerechtigkeiten, um in Wirtschafts- und Migrationsfragen Zugeständnisse zu erzwingen, bevor es überhaupt zu einer Einigung kommen kann.

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Ein zentraler Streitpunkt bleiben die Klimaziele: Die Grünen fordern ehrgeizige Maßnahmen, die CDU will Kosten und bürokratische Hürden reduzieren. Ohne Kompromiss droht erneut Stillstand – ähnlich wie Anfang 2026.

Die Sondierungsgespräche haben begonnen, doch die Gräben sind tief. Die Forderungen der CDU nach mehr Ministerien und politischen Zugeständnissen lassen wenig Raum für schnelle Lösungen. Nun müssen beide Seiten entscheiden: Entweder sie finden gemeinsamen Nenner – oder Baden-Württemberg steuert auf eine längere Phase politischer Unsicherheit zu.

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