09 May 2026, 02:19

Amos Oz' Zwischen Freunden: Wie der Kibbuz-Traum an der Realität zerbrach

Ein Plakat mit einer detaillierten Karte Israels mit geografischen Merkmalen, Stadtnamen und bilingualem Englisch und Hebräisch-Text.

Amos Oz' Zwischen Freunden: Wie der Kibbuz-Traum an der Realität zerbrach

Lesung aus Amos Oz’ Zwischen Freunden am 13. Mai: Ein Blick auf das Leben im Kibbuz zwischen Ideal und Wirklichkeit

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Am 13. Mai findet eine Lesung aus Amos Oz’ Zwischen Freunden statt, die die Herausforderungen und Widersprüche des Kibbuz-Lebens lebendig werden lässt. Der Schauspieler Heinz D. Haun, begleitet von musikalischer Untermalung, erkundet die Spannungen in Israels frühen kollektiven Siedlungen – Orte, die einst als Symbole des Idealismus galten, doch an der menschlichen Natur und den Realitäten des Zusammenlebens scheiterten.

Kibbuzim entstanden im Heiligen Land lange vor der Gründung Israels im Jahr 1948. Diese genossenschaftlichen Landwirtschaftsbetriebe lehnten Privateigentum und Geld ab und setzten stattdessen auf gemeinsame Arbeit und kollektive Entscheidungsfindung. Die Mitglieder trugen nach ihren Fähigkeiten bei – das Ziel war Gleichheit.

Amos Oz erlebte dieses Leben aus nächster Nähe. Mit 15 Jahren trat er einem Kibbuz bei und wurde später zu einem gefeierten Schriftsteller und Friedensaktivisten. Sein Buch Zwischen Freunden, das in den späten 1950er-Jahren spielt, zeigt die Risse im Kibbuz-Traum auf. Die Erzählung Esperanto etwa handelt von Martin, einem Schuhmacher, der an seiner Vision einer universellen Sprachgruppe festhält – ein Spiegelbild des größeren Idealismus, der letztlich an der Realität zerbrach.

Die Lesung im Katholischen Bildungswerk und in Kooperation mit der Ganey Tikva-Vereinigung wird diese Themen vertiefen. Heinz D. Haun trägt Ausschnitte aus dem Werk vor, begleitet von Arne und Anaïs Meinhardt an der Musik. Die Veranstaltung bietet einen Einblick in eine prägende Epoche der israelischen Geschichte, in der kollektive Utopien auf menschliche Eigenheiten trafen.

Die Kibbuz-Bewegung stand einst für die Hoffnung auf eine klassenlose Gesellschaft. Oz’ Werk fängt ihren Aufstieg und die Gründe für ihren Niedergang ein. Am 13. Mai können Zuhörerinnen und Zuhörer erleben, wie diese Gemeinschaften die Menschen prägten – und umgekehrt.

Quelle