07 May 2026, 00:24

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält eine Fahne mit der Aufschrift "Vielfalt ist eine Tatsache, Inklusion ist eine Wahl" in den Händen, einige tragen Mützen und Schutzbrillen, andere halten zusätzliche Fahnen, vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Bäumen, Laternenmasten und einem klaren blauen Himmel.

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Ein neuer Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest sorgt für Kritik beim Seniorenbeirat Solingen. Besonders die Arbeitsgruppe „Altersarmut“ des Gremiums argumentiert, dass die Gebühr viele ältere Mitbürger mit festen Einkommen ausschließe. Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit und zum Zugang zu lokalen Veranstaltungen auf.

Im Mittelpunkt der Bedenken steht die finanzielle Belastung für Rentner:innen. Da von den 10 Euro lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden, bleibt die Nettokostenlast für Menschen mit kleinen Renten hoch. Die Arbeitsgruppe warnt, dass damit faktisch ältere Menschen ausgeschlossen werden, die sich die Teilhabe am Gemeinschaftsleben nicht mehr leisten können.

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Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker:innen hinterfragen jedoch, ob die Besucher:innen diese Last tragen sollten. Der Seniorenbeirat hält entgegen, dass ein einziger kostenfreier Familientag am Sonntag älteren Menschen, die oft alleinleben, wenig nütze – besonders dann, wenn sie unter der Woche oder zu anderen Zeiten nur schwer teilnehmen können.

Der Streit reicht über das Fest selbst hinaus. Altersarmut in Solingen ist längst kein Einzelschicksal mehr, und Veranstaltungen wie diese boten einst eine seltene Gelegenheit für sozialen Austausch. Der Beirat fordert Alternativen wie gestaffelte Preise, Seniorenermäßigungen oder höhere städtische Zuschüsse, um das Fest für alle zugänglich zu halten.

Die Eintrittsgebühr steht dabei für mehr als nur eine Preiserhöhung – sie markiert einen Wandel in der Ausrichtung des Festes. Bleibt die Regelung unverändert, könnte sie langfristig beeinflussen, wer teilnimmt und wie die Veranstaltung wahrgenommen wird. Ob es faire Lösungen gibt, liegt nun in der Hand von Stadtverwaltung und Veranstaltern.

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