19 April 2026, 18:22

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Provokation in Stein gemeißelt

Steinbau mit einem Fenster und einer Holocaust-Gedenktafel mit Inschrift.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Provokation in Stein gemeißelt

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als stumme Zeugen ganz unterschiedlicher historischer Momente. In Brandenburg erinnert eine Stahlfigur einer Frau an die Menschen, die während der NS-Zeit zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unterdessen wurde in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus als Reaktion auf die landesweiten Proteste gegen solche Denkmäler aufgestellt.

Die Stahlfrau in Brandenburg wurde 2018 an einer ruhigen Landstraße errichtet. Sie sitzt auf einem von Ameisen bedeckten Baumstumpf, ihre Oberfläche aus Cortenstahl glänzt im Frühlingslicht. Die Idee zu dieser Statue stammte vom Bruder von Jutta Baumwol, einem Überlebenden der NS-Zeit, der später das Gut Neuendorf im Sande entdeckte – den Ort, von dem aus seine Schwester nach Auschwitz deportiert worden war. Mit Unterstützung des Dorfes, der Familie Baumwol und wiederholten Appellen an Politiker markiert die Skulptur heute den Eingang des Gutes. Sie dient als Ort des Gedenkens, etwa am Holocaust-Gedenktag und am Tag der Befreiung, und zieht im Mai Besucher an, darunter Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde die Kolumbus-Statue 2020 an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building aufgestellt. Der damalige Präsident Donald Trump ordnete ihre Aufstellung als direkte Reaktion auf die Black-Lives-Matter-Proteste an, die zur Entfernung vieler ähnlicher Denkmäler geführt hatten. Die Vereinigung Italian American Organizations United unterstützt die Statue und zeigt sich zuversichtlich, dass sie "geschützt" bleiben und "friedlich erstrahlen" werde.

Während die Brandenburger Statue Nachkommen einen Raum zum Trauern, Reflektieren und Feiern des Lebens bietet und so ein schwieriges Kapitel der deutschen Geschichte wachhält, steht das Kolumbus-Denkmal als bewusste Gegenposition zu den Forderungen nach einer Neubewertung historischer Persönlichkeiten. Beide sind Brennpunkte – die eine für das Gedenken, die andere für eine andauernde Debatte.

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