Zufit Simon erhält Münchner Tanzpreis für ihr revolutionäres Lebenswerk
Hans-Josef BeckmannZufit Simon erhält Münchner Tanzpreis für ihr revolutionäres Lebenswerk
Choreografin Zufit Simon erhält den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk – mit nur 45 Jahren
Die in Israel geborene Künstlerin, die heute in Deutschland lebt, wird bald ihr neuestes Werk The Fight Club beim Best OFF Festival in Hannover uraufführen. Mit ihrem mutigen Zugang zu Bewegung und Ausdruck hat sie den zeitgenössischen Tanz in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich geprägt.
Simon wurde 1980 in Israel geboren, lebt aber seit 25 Jahren in Deutschland. Schon mit vier Jahren begann sie zu tanzen und absolvierte später eine Ausbildung in zeitgenössischem Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Ihre Karriere nahm Gestalt an, als sie Unterstützung von Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig erhielt – einem wichtigen Zentrum für experimentelle Performances.
Ihre Arbeiten spielen oft mit Verwirrung und unterwanderten Erwartungen, wobei sie sich auf Mimik und präzise Körperlichkeit konzentriert. Ein wiederkehrendes Thema ist körperlicher Protest und Widerstand, wie in Radical Cheerleading, für das sie 2024 den Preis des Best OFF Festivals erhielt. Im selben Jahr markierte die Schließung des LOT-Theaters aufgrund von Insolvenz einen Rückschlag für die freie Szene – Teil eines größeren Trends, nachdem Niedersachsen 2016 die Förderung konzeptueller Künste gekürzt hatte.
The Fight Club, das am 23. April das Festival eröffnen wird, schlägt eine neue Richtung ein. Das Stück taucht ein in die Psychologie des Kampfes und Machtkämpfe, integriert maskuline Attitüden und aggressive Bewegungen. Damit bricht Simon mit ihrem früheren Stil und begibt sich in unerschlossenes Terrain – für sie selbst wie für ihr Publikum.
Die Auszeichnung für ihr Lebenswerk erhält Simon zu einem Zeitpunkt, an dem sie weiterhin Tanzkonventionen herausfordert. The Fight Club wird beim Hannoveraner Festival Grenzen ausloten, während ihre früheren Werke weiterhin einflussreich bleiben. Angesichts von Kürzungen im Kulturbereich steht ihre Karriere für Beharrlichkeit in der experimentellen Performance.






