WM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro an Produktivität
Hans-Josef BeckmannWM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro an Produktivität
Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt in deutschen Betrieben für erhebliche Störungen. Beschäftigte verbringen Arbeitszeit mit dem Verfolgen der Spiele – mit Folgen für die Produktivität und rechtliche Fragen für Arbeitgeber.
Das Turnier dauert fast fünf Wochen und umfasst 104 Partien. Viele Spiele in Deutschland beginnen spätabends oder frühmorgens, sodass Arbeitnehmer am nächsten Tag übermüdet sind. Im Schnitt wenden Beschäftigte täglich 26 Minuten ihrer Arbeitszeit für WM-Inhalte auf.
Über die gesamte Dauer des Turniers summiert sich das auf etwa zwölf verlorene Arbeitsstunden pro Person. Insgesamt entstehen der deutschen Wirtschaft dadurch Produktivitätsausfälle in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro. Weltweit gibt etwa jeder siebte Arbeitnehmer zu, heimlich während der Arbeitszeit Spiele zu schauen.
Das deutsche Arbeitsrecht räumt Mitarbeitern kein generelles Recht ein, die WM während der Arbeitszeit zu verfolgen. Gerichte erlauben zwar in der Regel das Hören von Spielübertragungen im Radio, sofern es Kollegen nicht stört oder die Leistung beeinträchtigt. Wer jedoch wegen nächtlicher Spiele zu spät kommt oder betrunken zur Arbeit erscheint, riskiert Abmahnungen oder sogar die Kündigung. Arbeitgeber dürfen betrunkene Mitarbeiter zudem unbezahlt nach Hause schicken.
Die Weltmeisterschaft hinterlässt messbare Spuren in deutschen Unternehmen. Milliarden gehen durch Produktivitätsverluste verloren, während sich Beschäftigte mit dem Turnier beschäftigen. Die rechtlichen Vorgaben zu Anwesenheit und Verhalten bleiben auch während großer Sportereignisse streng.






