07 April 2026, 08:22

Wie junge Menschen in Deutschland ihre Gemeinden aktiv mitgestalten

Gruppe von Menschen auf einer Bühne mit Blumensträußen und Urkunden, im Hintergrund ein 'Youth Solar Awards 2019'-Plakat.

Wie junge Menschen in Deutschland ihre Gemeinden aktiv mitgestalten

Junge Menschen in Deutschland übernehmen eine aktivere Rolle bei der Gestaltung ihrer Gemeinden. Von langjährigen Jugendparlamenten bis hin zu neuen Beteiligungsmodellen – Städte und Gemeinden finden Wege, sie in lokale Entscheidungen einzubinden. Diese Initiativen zielen darauf ab, Herausforderungen wie die Abwanderung aus ländlichen Regionen und politische Gleichgültigkeit zu bewältigen.

Die Projekte bringen auch praktische Vorteile mit sich, etwa sicherere Straßen und eine bessere Infrastruktur, während sie gleichzeitig Risiken wie Radikalisierung unter jungen Einwohnern verringern helfen. In Niedersachsen gibt es in der Stadt Lingen seit über 20 Jahren ein Jugendparlament. Die Gruppe verfügt über ein eigenes Budget und setzt sich für Themen wie Verkehrssicherheit und Radwege ein. Bürgermeister Dieter Krone betonte, dass das Parlament jungen Einwohnern eine echte Mitsprachemöglichkeit in kommunalen Angelegenheiten bietet.

Anderswo hat sich das Programm Jugend Bewegt in Baden-Württemberg auf mehr als 40 Kommunen ausgeweitet. Es ermutigt junge Menschen, sich an der Gestaltung ihrer Lebensumfelder zu beteiligen. Das Land sieht darin eine Möglichkeit, sie langfristig zu binden und davon abzuhalten, sich extremistischen Gruppen zuzuwenden.

Das Projekt Zukunftswerkstatt in Kulmbach verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Junge Einheimische arbeiten gemeinsam daran, Probleme zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Verantwortliche in der Kommune hoffen, dass solche Initiativen die Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Gebieten bremsen, indem sie sich stärker mit ihrer Heimat verbunden fühlen.

Trotz dieser Erfolge tun sich viele Städte und Gemeinden noch schwer, junge Menschen einzubinden. Manche fehlt es an Ressourcen oder Know-how, um wirksame Beteiligungsformate aufzubauen. Andere haben Schwierigkeiten, ihr Interesse auf Dauer zu halten.

Wer sich näher informieren möchte, findet in der Zeitschrift KOMMUNAL Einblicke in die kommunale Verwaltungspraxis. Ein Jahresabo kostet 49 Euro, doch Interessierte können es zunächst mit drei kostenlosen Ausgaben testen.

Mittlerweile laufen in Dutzenden deutscher Städte und Gemeinden Jugendbeteiligungsprojekte – vom etablierten Parlament in Lingen bis zum wachsenden Programm in Baden-Württemberg. Diese Initiativen geben jungen Menschen eine Stimme und gehen gleichzeitig Probleme wie den ländlichen Bevölkerungsrückgang und politische Teilnahmslosigkeit an.

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Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass ihre Einbindung in Entscheidungsprozesse zu sichereren, lebendigeren Gemeinden beitragen kann – und sie davon abhält, in größere Städte abzuwandern.

Quelle