Wie Hindenburgs Wahl 1925 die Weimarer Republik ins Wanken brachte
Brigitta SchülerWie Hindenburgs Wahl 1925 die Weimarer Republik ins Wanken brachte
1925 wählten die Deutschen Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten – eine Entscheidung, die den Niedergang der Weimarer Republik einleitete. Der Historiker Wolfgang Niess untersucht diesen entscheidenden Moment in seinem Buch "Schicksalsjahr 1925 – Als Hindenburg Präsident wurde" und argumentiert, dass diese Wahl den Urlaub der Weimarer Republik einleitete. Am 17. Oktober 2025 wird Niess diese Ereignisse in einem Live-Gespräch mit Wolfgang Schorlau erörtern.
Hindenburgs Präsidentschaft markierte den Beginn einer Abkehr von der parlamentarischen Demokratie. Ab 1930 regierte seine Regierung mit sogenannten "Präsidialkabinetten" – Kabinette unter Kanzlern wie Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher –, die per Notverordnungen herrschten. Diese Maßnahmen schwächten den Reichstag, untergruben die demokratischen Strukturen und schufen so die Voraussetzungen für Adolf Hitlers Aufstieg.
Die wirtschaftliche Krise der Weltwirtschaftskrise verschärfte die politische Instabilität. Radikale Parteien wie NSDAP und KPD gewannen ab 1930 an Einfluss, während die Straßengewalt der SA eskalierte. Der "Preußenschlag" von 1932 – ein Putsch gegen die gewählte preußische Regierung – destabilisierte die Republik weiter. Konservative Eliten, die glaubten, Hitler kontrollieren zu können, drängten Hindenburg, ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler zu ernennen. Diese Entscheidung besiegelte das Ende der Weimarer Republik.
Niess' Buch zeigt auf, wie Hindenburgs Wahl 1925 den Boden für diese Krisen bereitete. Der Autor wird diese Themen in seiner Diskussion am 17. Oktober vertiefen, die Teil der Reihe "Autor im Gespräch" ist. Tickets für die Veranstaltung kosten 16 Euro (ermäßigt 12 Euro), zuzüglich einer Systemgebühr von 1 Euro.
Die Wahl Hindenburgs 1925 erwies sich als Wendepunkt der deutschen Geschichte. Seine Präsidentschaft ermöglichte die Aushöhlung demokratischer Normen und gipfelte in Hitlers Ernennung sowie dem Untergang der Weimarer Republik. Niess' Analyse verdeutlicht, wie politische Entscheidungen an der Wahlurne über den Bestand – oder den Zusammenbruch – einer Demokratie entscheiden können.