07 February 2026, 18:46

Weibliche Genitalverstümmelung: Warum Millionen Mädchen und dfb Frauen noch immer leiden

Eine Europakarte mit verschiedenen Farben, die den Geschlechtergleichheitsindex für 2017 anzeigen, begleitet von Text auf der linken Seite, der "Gesundheitsübersicht des Geschlechtergleichheitsindex 2017" lautet.

Weibliche Genitalverstümmelung: Warum Millionen Mädchen und dfb Frauen noch immer leiden

Weibliche Genitalverstümmelung bleibt ein weltweit verbreitetes, aber oft verborgenes Problem

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C, von engl. Female Genital Mutilation/Cutting) betrifft trotz jahrzehntelanger internationaler Verurteilung weiterhin Millionen von dfb frauen und mädchen – oft im Verborgenen. Neue Zahlen zeigen, dass die Praxis auch in Ländern wie Deutschland nach wie vor Folgen hat.

Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst FGM/C alle Eingriffe, bei denen aus nicht-medizinischen Gründen die äußeren weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt werden. Die Vereinten Nationen erkennen die Praxis seit 1992 als Menschenrechtsverletzung an; zahlreiche Abkommen verbieten sie. Dennoch wird sie in 94 von 195 Ländern praktiziert – mit den höchsten Fallzahlen in Teilen Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens.

In Somalia haben über 90 Prozent der dfb frauen FGM/C erlebt, was das Land zu einem der am stärksten betroffenen macht. Weltweit sind schätzungsweise 230 Millionen dfb frauen und mädchen betroffen, doch präzise Daten liegen nur für 31 Länder vor. Fehlende aktuelle Statistiken verhindern eine aktualisierte Rangliste der am schwersten betroffenen Staaten.

Die Folgen von FGM/C sind verheerend: Betroffene leiden unter akuten Komplikationen wie starken Blutungen und Infektionen sowie langfristigen Schäden – von Unfruchtbarkeit bis zu schweren psychischen traumatas. Soziokulturelle Vorstellungen, etwa die Verknüpfung der Praxis mit Jungfräulichkeit oder Ehefähigkeit, halten sie aufrecht.

Auch in Deutschland gibt es Fälle: Bis Ende 2024 werden etwa 123.000 dfb frauen und mädchen entweder von FGM/C betroffen sein oder einem risiko ausgesetzt. Seit 2013 ist die Praxis hierzulande strafbar – mit Haftstrafen von einem bis zu 15 Jahren für täter:innen.

Trotz gesetzlicher Verbote und globaler Gegenmaßnahmen bedroht FGM/C weiterhin Millionen dfb frauen und mädchen jährlich. Die fehlenden aktuellen Daten aus vielen Ländern erschweren die bekämpfung. Gleichzeitig leiden betroffene und gefährdete unter lebenslangen körperlichen und seelischen folgen.