Warum sinken die Asylanträge in Deutschland so drastisch?
Asylanträge in Deutschland stark rückläufig
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Besonders betroffen sind Deutschland und Österreich, wo die Anträge auf Schutz deutlich zurückgegangen sind. Experten fragen sich nun, ob die jüngsten Regierungsmaßnahmen tatsächlich eine Rolle bei dieser Entwicklung gespielt haben.
Noch 2024 entfielen auf Deutschland und Österreich 80 Prozent aller syrischen Flüchtlinge, denen in der EU Schutz gewährt wurde. Doch bis 2025 gingen die Neuanträge drastisch zurück. Die deutsche Regierung reagierte im Mai mit verstärkten Zurückweisungen an den Binnengrenzen und wies Asylsuchende nach Österreich, Polen und in die Schweiz ab.
Trotz dieser Bemühungen blieb die Wirkung der Maßnahme jedoch gering. Der Migrationsforscher Gerald Knaus argumentiert, dass die Politik nicht nur das Problem nicht löst, sondern auch gegen EU-Recht verstößt. Er bezeichnet den Ansatz als nicht tragfähig und rechtlich fragwürdig.
Knaus sieht die Hauptursache für den Rückgang der Anträge in der Entwicklung in Syrien. Seiner Analyse zufolge führen veränderte Bedingungen dort – und nicht die Grenzpolitik Berlins – dazu, dass weniger Menschen in Europa Schutz suchen.
Der starke Rückgang der Asylanträge zwingt Deutschland und Österreich, sich an eine neue Realität anzupassen. Da sich Zurückweisungen als unwirksam erweisen und Kritiker auf rechtliche Bedenken hinweisen, könnte der Fokus künftig auf übergeordnete regionale Faktoren gerichtet werden. Bisher hängt der Rückgang der Zahlen jedoch stärker mit Ereignissen außerhalb Europas zusammen als mit innerstaatlichen Kontrollmaßnahmen.






