Warum Mercedes-Benz Trumps Lockruf in die USA widerstand
Knapp ein Jahr vor dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit drängte die US-Regierung Mercedes-Benz dazu, seinen Hauptsitz von Stuttgart in die USA zu verlegen. Das Angebot umfasste erhebliche finanzielle Anreize, darunter Steuererleichterungen und weitere Vergünstigungen. Doch der deutsche Automobilhersteller zog den Vorschlag nie ernsthaft in Betracht.
Der Anstoß gab damals der damalige US-Handelsminister Howard Lattner, der Mercedes-Chef Ola Källenius mit dem Umzugsplan kontaktierte. Zu dieser Zeit übte die Trump-Administration im Rahmen ihrer Handelspolitik generell Druck auf ausländische Autohersteller aus. Trotz der Lockangebote lehnte die Unternehmensführung das Vorhaben von vornherein ab.
Mercedes-Benz betreibt bereits ein großes Produktionswerk in Tuscaloosa, Alabama, wo SUVs gefertigt werden und ab 2027 das neue Modell der GLC-Klasse vom Band rollen soll. Zudem baut der Konzern seine Präsenz in den USA aus – unter anderem mit einem neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Sandy Springs, Georgia.
Stand Januar 2026 gibt es keine offiziellen Aufzeichnungen, die direkte Gespräche zwischen Källenius und Lattner über die Verlegung des Hauptsitzes bestätigen. Auch ein überprüfbarer Antrag auf Umzug der Konzernzentrale wurde nie formell dokumentiert.
Der Versuch, Mercedes-Benz in die USA zu locken, scheiterte letztlich. Der Hauptsitz des Automobilherstellers bleibt in Stuttgart, während die amerikanischen Aktivitäten weiter ausgebaut werden. Die Episode steht für eine Phase verstärkter US-Bemühungen, globale Investitionen in der Automobilbranche zu beeinflussen.