04 April 2026, 12:22

Warum Lidls "sitzender Hase" eine hitzige Osterhasen-Debatte auslöste

Gemälde mit dem Titel 'Osterhase' von Thomas Schlesinger, das ein kleines Mädchen mit zwei Hasen in einem Korb zeigt, umgeben von grünem Gras und Blättern.

Warum Lidls "sitzender Hase" eine hitzige Osterhasen-Debatte auslöste

Eine aktuelle Debatte hat sich an der Bezeichnung von Schoko-Osterhasen entzündet – ausgelöst durch Lidls Verwendung von Begriffen wie "sitzender Hase" in seinem Sortiment. Kritiker warfen dem Händler vor, sich von traditionellen Osterbezügen zu distanzieren, doch das Unternehmen wies solche Absichten entschieden zurück. Die Diskussion wirft ein Schlaglicht auf eine langjährige Praxis in der Schokoladenbranche, wo verschiedene Marken für ihre Osterprodukte unterschiedliche Namen verwenden.

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Der Begriff "Osterhase" lässt sich bis auf deutsche Osterbräuche des Jahres 1682 zurückverfolgen. In seinem Werk "De Ovis Paschalibus" beschrieb Georg Franck von Franckenau den Brauch, bunte Eier zu verstecken, und verband damit den Hasen als Symbol der Osterfeierlichkeiten. Mit der Zeit übernahmen Schokoladenhersteller eigene Bezeichnungen für ihre hasenförmigen Produkte.

Lindt etwa setzt seit Langem auf "Goldhase" für seine hochwertigen Schoko-Hasen. Discounter wie Lidl und Aldi hingegen bieten Varianten wie "sitzende Hasen", "Schokoladenhasen" oder schlicht "Osterhasen" an. Solche Unterschiede sind keineswegs neu – Lidl nutzt "sitzender Hase" bereits seit Jahren, um zwischen Produkttypen zu unterscheiden.

Auch andere Marken setzen auf eigenständige Namen, darunter "lustige Hasen", "Goldhasen" oder "Hohlfiguren". Eine Blindverkostung im Jahr 2024 zeigte, wie vielfältig die Bezeichnungen bei verschiedenen Herstellern ausfallen können. Trotz der Vorwürfe, Lidl meide Osterbegriffe, bestätigten sowohl Lidl Deutschland als auch Lidl Österreich, das Wort "Ostern" weiterhin in ihrer Werbung zu verwenden. Das Unternehmen wies zudem die Unterstellung zurück, den Osterhasen abschaffen zu wollen, und bezeichnete die Debatte als unbegründet.

Die Namensgebung von Schoko-Osterhasen bleibt in der Branche eine flexible Angelegenheit. Lidl und andere Händler setzen weiterhin auf eine Mischung aus traditionellen und alternativen Bezeichnungen – ohne dass es Hinweise auf eine gezielte Abkehr von Osterbezügen gäbe. Die Diskussion, so aufmerksamkeitsstark sie auch sein mag, spiegelt letztlich übliche Marketingentscheidungen wider und keinen tiefergreifenden kulturellen Wandel.

Quelle