VW-Betriebsratschefin Cavallo öffnet Tür für Rüstungsproduktion in Osnabrück
Hans-Josef BeckmannVW-Betriebsratschefin Cavallo öffnet Tür für Rüstungsproduktion in Osnabrück
Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Betriebsrats von Volkswagen, zeigt sich offen für eine Rüstungsproduktion im Werk Osnabrück. Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der die Automobilbranche durch geopolitische Spannungen und sich wandelnde Handelspolitik unter wachsendem Druck steht. Gleichzeitig lehnt Cavallo weitere Sparmaßnahmen, die die Belegschaft belasten könnten, entschieden ab.
Anfang dieses Jahres wurden Prototypen militärischer Fahrzeuge auf Basis von Volkswagen-Plattformen präsentiert, was Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit mit Rheinmetall für die Rüstungsfertigung in Osnabrück anheizte. Die Idee passt zu Cavallos Überzeugung, dass Deutschland und Europa ihre Verteidigungssouveränität stärken müssen. Sie betont, dass solche Projekte dem Werk neue Perspektiven eröffnen könnten – besonders vor dem Hintergrund, dass die Produktion der Porsche-Modelle dort 2025 endet und der VW T-Roc Cabrio bis Mitte 2027 eingestellt wird.
Die Volkswagen-Tochter MAN verfügt bereits über Erfahrung in der Herstellung militärischer Lkw, was zeigt, dass der Konzern in diesem Bereich über bestehende Kompetenzen verfügt. Dennoch bleibt Cavallo unnachgiebig in ihrer Ablehnung von Werksschließungen – auch in Osnabrück – und schließt jede Stilllegung kategorisch aus. Ihre Haltung folgt einem 2024 geschlossenen Sparabkommen, das bis 2030 den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland vorsieht, jedoch ausdrücklich betriebsbedingte Kündigungen oder Standortschließungen ausschließt.
Cavallo erkennt die übergeordneten Herausforderungen der Branche an, von Handelskonflikten bis hin zu geopolitischen Krisen. Doch sie besteht darauf, dass künftige Anpassungen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen dürfen. Der Vorschlag einer Rüstungsproduktion in Osnabrück könnte dem Werk angesichts rückläufiger Automobilfertigung eine neue Ausrichtung geben. Während Stellenabbau geplant ist, Werksschließungen aber ausgeschlossen werden, muss Volkswagen Sparmaßnahmen mit langfristiger Stabilität in Einklang bringen. Cavallos Unterstützung für Rüstungsprojekte spiegelt das Bestreben wider, strategische Unabhängigkeit zu fördern – ohne die Interessen der Belegschaft aus den Augen zu verlieren.
