19 March 2026, 10:37

Von Dürer-Hasen bis Marx: Wie deutsche Städte ihre Ampelmännchen neu erfinden

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die auf der Straße musizieren, während sie durch eine Straße mit Gebäuden gehen, einige halten Fahnen, mit einem Hügel und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

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Deutsche Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch kreative Designs mit lokalem Bezug

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Von Albrecht Dürers Feldhasen in Nürnberg bis zu Karl Marx in Trier – die thematischen Ampelfiguren sorgen bundesweit für Begeisterung, aber auch für Diskussionen. Während einige Kommunalpolitiker die Initiative unterstützen, warnen andere vor Sicherheitsrisiken und rechtlichen Bedenken.

Der Trend begann vor Jahren: Mainz führte 2016 seine Mainzelmännchen ein, Hameln folgte im Juli 2019 mit einem Rattenfänger-Motiv, und Trier ergänzte 2018 eine Silhouette von Karl Marx. Hamburg wird ab Januar 2026 sogar Ernie und Bert aus der Sesamstraße zeigen.

In Bayern hat sich die Idee rasant verbreitet. Hof präsentiert nun seinen Wärschtlamo-Wurstverkäufer – ein Design, das zunächst abgelehnt wurde, bis die örtliche SPD die 3.000 Euro für die Umsetzung übernahm. Deggendorf entschied sich für eine knödelwerfende Frau, während Dachau seine Ampelmännchen in traditioneller Tracht kleidete – eine Wahl, die bei den Bürgern gut ankam. Augsburgs Kasperl-Puppe benötigte sogar eine Sondergenehmigung der Schwäbischen Landesregierung, was die unterschiedlichen Regelungen verdeutlicht.

Nürnberg ging einen anderen Weg und installierte seinen Dürer-Hasen im Februar 2026 ohne regionale Zustimmung. Oberbürgermeister Marcus König betonte, dass die Haftungsregeln unverändert blieben und bisher keine Unfälle auf die Designs zurückzuführen seien. Das Bayerische Innenministerium lehnt den Trend hingegen ab und besteht auf standardisierte Signale, um Klarheit und Sicherheit zu gewährleisten.

Die Kosten für die individuellen Ampeln sind überschaubar: Rund 300 Euro für Schablonen plus Grafikerhonorar. Die Städte rechtfertigen die Änderungen als Ausdruck lokaler Identität – weitere Beispiele sind Münchens Pumuckl oder Straubings Bruder Straubinger.

Die thematischen Ampeln verbreiten sich weiter in Deutschland und verbinden städtischen Stolz mit Alltagsinfrastruktur. Während einige Regionen die Entwürfe genehmigen, setzen andere auf strengere Vorgaben. Bisher bleiben die Lichter jedoch in Betrieb – ohne gemeldete Vorfälle im Zusammenhang mit den Designs.

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