Vier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Sicherheit zu Fuß
Gerd BuchholzVier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Sicherheit zu Fuß
Vier Städte in Baden-Württemberg gehen mit einer neuen Initiative voran, um die Fußgängerbedingungen in der gesamten Region zu verbessern. Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart nehmen an dem einjährigen Projekt "Freie Gehwege – Mehr Platz zum Laufen" teil. Ziel der Aktion ist es, Hindernisse zu beseitigen und Bürgersteige für alle barrierefrei zu gestalten – von Fußgänger:innen bis zu Rollstuhlfahrer:innen.
Das vom Verkehrsministerium ins Leben gerufene Vorhaben sieht vor, dass die vier Modellkommunen ihre Gehwege systematisch unter die Lupe nehmen. Teams werden den Zustand digital erfassen und Barrieren wie falsch parkende Autos, überquellende Mülltonnen oder überladene Verkehrsschilder dokumentieren. In Workshops mit lokalen Behörden, Anwohner:innen und Unternehmen sollen anschließend praktische Lösungen erarbeitet werden, um diese Hindernisse zu beseitigen.
Die Initiative knüpft an frühere Bemühungen an, die Fußgängerinfrastruktur im Land auszubauen. Seit 2022 haben rund 25 Städte – darunter Stuttgart und Freiburg – Tempo-30-Zonen eingeführt, über 150 Kilometer neue Gehwege gebaut und 500 gehobene Fußgängerüberwege angelegt. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte, wie wichtig es sei, Gehwege frei zu halten, um sicheres und komfortables Zu-Fuß-Gehen zu ermöglichen.
Die Erkenntnisse aus den vier Städten werden bis Anfang 2027 ausgewertet und in einen Leitfaden für andere Kommunen überführt. Das Projekt ist Teil der landesweiten "Fußverkehrsstrategie Baden-Württemberg", die bis 2030 das Zufußgehen zur bevorzugten Wahl für kurze Strecken machen soll. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) koordiniert die Arbeiten, fachlich unterstützt von der Bernard Gruppe und VIA.
Auch in der künftigen Stadtplanung wird ein Fokus darauf liegen, technische Einrichtungen wie Versorgungsboxen oder Parksäulen in gemeinsamen Zonen zwischen Gehwegen und Fahrbahnen zu platzieren. Dieser Ansatz soll die Bürgersteige frei halten, ohne auf notwendige Infrastruktur zu verzichten.
Das einjährige Pilotprojekt erprobt neue Wege, um die Fußgängerfreundlichkeit in stark frequentierten urbanen Räumen zu steigern. Bei Erfolg könnten die Lösungen landesweit übernommen werden – und so mehr Menschen ein sicheres und unkompliziertes Unterwegssein zu Fuß ermöglichen. Der abschließende Leitfaden wird den Kommunen konkrete Schritte an die Hand geben, um hindernisfreie Gehwege zu schaffen.






