15 March 2026, 20:31

US-Gerichtshammer setzt Daimler-Fall Grenzen für Klagen gegen ausländische Konzerne

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einem unscharfen Hintergrund in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf die Entscheidung des Obersten Gerichts, den Einsatz des russischen Außenministers Sergej Lawrow zu verbieten.

US-Gerichtshammer setzt Daimler-Fall Grenzen für Klagen gegen ausländische Konzerne

Der Oberste Gerichtshof der USA erließ ein richtungsweisendes Urteil im Fall Daimler AG gegen Bauman und begrenzte damit die Möglichkeiten, ausländische Unternehmen vor US-amerikanischen Gerichten zu verklagen. Der Fall betraf argentinische Kläger, die den deutschen Automobilhersteller Daimler AG in Kalifornien wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen in Argentinien verklagt hatten. Die Entscheidung setzte strengere Maßstäbe dafür, wann Unternehmen in Bundesstaaten verklagt werden können, in denen sie nicht tief verwurzelt sind.

Der Rechtsstreit begann, als argentinische Bürger vor einem Gericht in Kalifornien Klage gegen Daimler einreichten. Sie argumentierten, die Verbindungen des Konzerns zum Bundesstaat – über seine Tochtergesellschaft Mercedes-Benz USA – seien stark genug, um eine allgemeine Gerichtsbarkeit zu begründen. Das Gericht widersprach jedoch und urteilte, Daimler sei nicht allein deshalb in Kalifornien "zu Hause", weil seine Tochter dort Autos verkaufe.

Die Richter präzisierten, dass ein Unternehmen "kontinuierliche und systematische" Bindungen zu einem Bundesstaat aufweisen müsse, um als "im Wesentlichen ansässig" zu gelten. Sie nannten zwei zentrale Beispiele: den Gründungsort des Unternehmens oder seinen Hauptgeschäftssitz. Zudem betonte das Gericht, dass die Kontakte eines Konzerns "in ihrer Gesamtheit, landesweit und weltweit" bewertet werden müssten – nicht nur innerhalb eines einzelnen Bundesstaates.

Richterin Sotomayor stimmte zwar dem Ergebnis zu, kritisierte jedoch die Begründung der Mehrheit. Sie argumentierte, der Fall hätte einfacher auf Grundlage der "Angemessenheit" entschieden werden können, anstatt eine so hohe Hürde für die Gerichtsbarkeit zu setzen. Das Urteil beendete letztlich die Klage der argentinischen Kläger in Kalifornien und festigte die strengeren Grenzen, wo ausländische Unternehmen für nicht zusammenhängende Handlungen verklagt werden können.

Die Entscheidung im Fall Daimler gegen Bauman verengte den Anwendungsbereich der allgemeinen persönlichen Gerichtsbarkeit in den USA erheblich. Sie erschwert es Klägern, ausländische Unternehmen in Bundesstaaten zu verklagen, in denen deren Geschäftstätigkeiten nicht von zentraler Bedeutung sind.

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs legt fest, dass ein Unternehmen tiefgreifende und andauernde Verbindungen zu einem Bundesstaat nachweisen muss, bevor es dort für nicht damit zusammenhängende Handlungen verklagt werden kann. Daimler AG wurde trotz der Verkäufe seiner Tochtergesellschaft in Kalifornien nicht als "ansässig" in dem Bundesstaat eingestuft. Diese Entscheidung schafft einen Präzedenzfall, der künftige Klagen gegen multinational operierende Konzerne vor US-Gerichten beeinflussen wird.

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