Umstrittenes Duo plant dauerhafte Augenfarb-Änderung in deutschen Kliniken
Brigitta Schüler"Dr. Rick und Dr. Nick" sind das Unangenehmste im Fernsehen - Umstrittenes Duo plant dauerhafte Augenfarb-Änderung in deutschen Kliniken
Zwei umstrittene Schönheitschirurgen, bekannt als Dr. Rick und Dr. Desiree Nick, planen die Einführung eines dauerhaften Verfahrens zur Veränderung der Augenfarbe in den Bundesländern. Das Duo, das beim Sender ProSieben eine Reality-Show moderiert, sorgt mit seinen gewagten Behauptungen und unkonventionellen Methoden regelmäßig für Aufsehen. Trotz ihrer Bekanntheit verfügt keiner der beiden über eine Facharztanerkennung für plastische oder ästhetische Chirurgie.
Henrik Heuveldop, der sich selbst Dr. Rick nennt, darf den Titel "Doktor" rechtlich nicht führen, da er nie eine Dissertation abgeschlossen hat. Sein Partner, Dominik Bettray (Dr. Desiree Nick), ist ebenfalls Schönheitschirurg – allerdings ohne Facharztausbildung. Gemeinsam betreiben sie eine Klinik in München, in der sie Eingriffe durchführen, die unter Medizinern häufig auf Kritik stoßen.
In ihrer TV-Show haben die beiden Patienten auf eine Weise behandelt, die für Diskussionen sorgte. In einer Folge spritzten sie einer Krebspatientin Filler ins Gesicht und schenkten ihr einen Reisegutschein. Auch kleinere Prominente mit offensichtlichen Schönheitspleiten wurden in der Sendung präsentiert – die Behandlungen wurden dabei als spektakuläre Verwandlungen inszeniert. Ihre treuesten Anhängerin, eine medizinische Fachangestellte namens Stefanie, bewies ihre Loyalität, indem sie sich das Kliniklogo, die Namen der Ärzte und sogar faustgroße Porträts ihrer Gesichter auf den Oberschenkel tätowieren ließ.
Nun wollen die beiden als Erste in Deutschland Keratopigmentierung anbieten – ein Verfahren, das die Augenfarbe dauerhaft verändert. Bisher wird dieser Eingriff nur in wenigen spezialisierten Kliniken wie der Augenlaserklinik Saar in Sulzbach durchgeführt. Doch das Verfahren ist mit rechtlichen und medizinischen Hürden verbunden. Da es rein kosmetischer Natur ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Mögliche Risiken sind Infektionen, Hornhauttrübungen und Sehbeeinträchtigungen. Fachgesellschaften wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) raten dringend davon ab.
Über ihre medizinischen Ambitionen hinaus haben die Chirurgen sogar überlegt, Bronzebüsten von sich selbst in ihrer Klinik aufzustellen – aus "kulturellen Gründen". Sie bezeichnen sich selbst regelmäßig als Pioniere der Branche und vergleichen ihre Arbeit mit der von Christoph Kolumbus.
Da die Keratopigmentierung in Deutschland wegen der Risiken und fehlenden Kostenübernahme selten durchgeführt wird, würden Dr. Rick und Dr. Desiree Nick mit ihrem Vorhaben ein Feld betreten, das bei Medizinern ohnehin skeptisch betrachtet wird. Ihre bisherigen Aktionen – von umstrittenen Behandlungen bis zur selbstbewussten Eigenvermarktung – sorgen weiterhin für Aufmerksamkeit und Kritik.






