Ulmer Münster verliert Rekord an Sagrada Família – doch die Symbolkraft bleibt
Hans-Josef BeckmannUlmer Münster verliert Rekord an Sagrada Família – doch die Symbolkraft bleibt
Nach 139 Jahren verliert das Ulmer Münster den Titel als höchster Kirchturm der Welt. Die Sagrada Família in Barcelona hält nun den Rekord – mit nur 1,3 Metern Vorsprung. Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher zeigte sich überrascht, aber gratulierte herzlich.
Mehr als ein Jahrhundert lang war die schlanke Spitze des Ulmer Münsters unübertroffen. Ihre Höhe machte es zu einem Wahrzeichen, das weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt war. Nun hat das neu fertiggestellte Kreuz der Sagrada Família den Turm knapp überholt.
In einer Stellungnahme würdigte Ansbacher die Leistung der Verantwortlichen in Barcelona. Gleichzeitig betonte er, dass das Ulmer Münster weit mehr sei als nur ein Rekordhalter. Für die Stadt stehe es als Symbol der Identität, erklärte der Oberbürgermeister. Es sei ein Ort der Hoffnung und der Zuflucht für die Ulmer Bürger. Keine Messung, so Ansbacher, könne die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Kirche schmälern. Zudem machte er deutlich, dass die Bedeutung des Bauwerks über bloße Zahlen hinausgehe. Seine Rolle in der Gemeinschaft wiege weit schwerer als seine Höhe allein.
Offiziell ist die Sagrada Família nun der höchste Kirchturm der Welt. Das Ulmer Münster mag den Rekord verloren haben – doch es bleibt ein zentrales Wahrzeichen der Stadt. Seine kulturelle und emotionale Bedeutung, so Ansbacher, bleibe unverändert.