16 February 2026, 06:52

Tübingen kämpft gegen verfallene Telefonzellen – und droht der Telekom mit Gebühren

Ein teilweise abgetragenes Gebäude mit zerbrochenen Wänden und verstreuten Trümmern, darunter Holzstücke, in einem Zustand des Verfalls.

Defekte Telefonzellen: Tübingen will von der Deutschen Telekom Geld - Tübingen kämpft gegen verfallene Telefonzellen – und droht der Telekom mit Gebühren

Der Gemeinderat von Tübingen unternimmt Schritte, um das anhaltende Problem der verfallenen Telefonzellen in der Stadt anzugehen. Die Relikte, die nach der Abschaltung der letzten öffentlichen Münztelefone durch die Deutsche Telekom Anfang 2023 zurückblieben, entwickeln sich zunehmend zu einem Ärgernis. Oberbürgermeister Boris Palmer bezeichnete die funktionsunfähigen Zellen als "Schandfleck", der das Stadtbild beeinträchtige.

Im Januar 2023 hatte die Deutsche Telekom die letzten 12.000 öffentlichen Telefonzellen bundesweit abgeschaltet. Seither schreitet die Beseitigung der stillgelegten Kabinen nur zögerlich voran – viele stehen vandaliert oder in desolatem Zustand da. Zwar gibt es Berichte über eine schrittweise Räumung, doch exakte Zahlen, wie viele bis Februar 2026 tatsächlich abgebaut wurden, liegen nicht vor.

Allein in Tübingen stehen noch 13 nicht mehr genutzte Telefonzellen, darunter sechs in der historischen Altstadt. Die Stadt drängt die Deutsche Bahn seit Langem, die Demontage zu beschleunigen, doch das Unternehmen nennt keinen verbindlichen Zeitplan. Ursprünglich sollte der Abbau bis Ende 2025 abgeschlossen sein, doch Verzögerungen bei lokalen Genehmigungsverfahren haben die Frist verschoben.

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Angesichts der zögerlichen Reaktion erwägt die Tübinger Verwaltung nun, der Deutschen Bank die weitere Präsenz der Zellen in Rechnung zu stellen. Eine Sondernutzungsgebühr wird diskutiert, wobei Höhe und Starttermin noch unklar sind.

Der Vorstoß der Stadt spiegelt eine breitere Unzufriedenheit mit dem Tempo der Aufräumarbeiten durch die Telekom wider. Da kein fester Abbauzeitpunkt in Sicht ist, könnte Tübingen mit den geplanten Gebühren Druck auf das Unternehmen ausüben, das Problem zu lösen. Das Ergebnis könnte Schulbeispiel für andere Kommunen werden, die mit ähnlichen Altlasten durch zurückgelassene Telefonzellen kämpfen.