Tödlicher Streit um Wolf im Schwarzwald: Gericht entscheidet über umstrittene Abschussgenehmigung
Brigitta SchülerKretschmann verärgert: Der Wolf weiß nichts von der Wahlkampagne - Tödlicher Streit um Wolf im Schwarzwald: Gericht entscheidet über umstrittene Abschussgenehmigung
Ein umstrittenes Vorhaben, einen Wolf im Nordschwarzwald Baden-Württembergs zu töten, hat Proteste und juristische Schritte ausgelöst. Die Landesregierung genehmigte die Maßnahme mit der Begründung, sie sei zum Schutz der Bevölkerung notwendig – doch Gegner haben den Fall vor Gericht gebracht. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart wird nun in den kommenden Tagen erwartet.
Der Zeitpunkt der Tötungsanordnung fällt mit der Paarungszeit der Wölfe zusammen, in der sie vermehrt menschliche Siedlungen aufsuchen.
Der betroffene Wolf, der sich im Gebiet des Hornisgrinde aufhält, steht im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Demonstranten hielten kürzlich in Bühl eine Kerzenmahnwache ab, um ihren Widerstand gegen die Tötung zum Ausdruck zu bringen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte die emotionale Reaktion "erstaunlich", verteidigte die Entscheidung jedoch als einen seltenen Fall des direkten Menschenschutzes – und nicht als generelles Artenschutzproblem.
Kretschmann wies Vorwürfe zurück, der Tötungsbeschluss sei vor den anstehenden Wahlen politisch motiviert. "Der Wolf weiß nicht einmal, wann Wahlkampf ist", erklärte er. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Wolfspopulation im Land von zwei Tieren im Jahr 2021 auf etwa acht im Jahr 2025 angestiegen ist. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Vorfälle, bei denen Wölfe im Schwarzwald Menschen oder Hunde bedrohten, von drei auf zwölf – meist durch Annäherungen oder Jagdverhalten.
Bis zur Gerichtsentscheidung bleibt der Wolf rechtlich geschützt. Das Urteil wird darüber entscheiden, ob die Tötung vollzogen oder gestoppt wird.
Die Richtersprüche wird richtungsweisend dafür sein, wie Baden-Württemberg künftig mit ähnlichen Fällen umgeht. Sollte die Tötung genehmigt werden, wäre dies der erste derartige Eingriff im Land seit der Rückkehr der Wölfe in die Region. Bis dahin hängt das Schicksal des Tieres von dem anstehenden Urteil ab.