21 December 2025, 17:54

TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser

Mehrere Flaschen mit Flüssigkeit sind zusammen angeordnet.

TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser

TFA: Die ewige Chemikalie im deutschen Trinkwasser

Teaser: Jahre lang wurde TFA legal in öffentliche Gewässer eingeleitet. Nun rätseln Experten, wie sich der unerwünschte Stoff aus der Umwelt entfernen lässt.

21. Dezember 2025

Schlagwörter: Klimawandel, Wirtschaft, Autos, Kriminalität und Justiz

Die hochgradig persistente Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) wird seit Jahren legal in deutsche Flüsse eingeleitet. Der als reproduktionstoxisch eingestufte Stoff bedroht nun bundesweit die Trinkwasserversorgung. Behörden warnen, dass aktuelle Filtrationssysteme die Substanz nicht aus dem Leitungswasser entfernen können.

TFA, oft als „ewige Chemikalie“ bezeichnet, gelangt über Industrieabwässer und den Abbau von Pestiziden in die Gewässer. Rund die Hälfte der Belastung stammt aus der Landwirtschaft, der Rest aus Industrie, Handel und Haushalten. Der Bodensee-Rhein-Wasserversorgungsverband (AWBR), der über zehn Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, schlägt Alarm: In einigen Regionen steigen die Kontaminationswerte besorgniserregend an.

Der Chemiekonzern Solvay leitet über seine deutsche Tochterfirma seit Jahren behandeltes TFA aus seinem Werk in Bad Wimpfen legal in den Neckar ein. Offizielle Unterlagen bestätigen diese Einleitungen, wobei eine gezielte, rechtmäßige Einbringung von TFA in Trinkwasserquellen nie dokumentiert wurde. Stattdessen verbreitet sich der Schadstoff unbeabsichtigt – bedingt durch seine extreme Stabilität und Wasserlöslichkeit. Sowohl das Bundesamt für Chemikalien (BfC) als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stufen TFA als reproduktionstoxisch ein. Aufgrund seiner Langlebigkeit bleibt der Stoff in Wasser, Böden und sogar Pflanzen mobil. Nachweise finden sich mittlerweile in Grundwasser, Oberflächengewässern, Ozeanen und Umweltproben aller Art.

Die Belastung von Trinkwasser mit TFA verschärft sich zusehends, in manchen Regionen haben sich die Werte bereits verdoppelt. Bestehende Filtertechniken scheitern an der Beseitigung der Chemikalie – Versorger und Aufsichtsbehörden stehen vor einer wachsenden Herausforderung. Die flächendeckende Verbreitung und die legale Einleitung von TFA unterstreichen die Dringlichkeit strengerer Kontrollen für Industrie- und Agrarschadstoffe.