Stuttgarts Nikolaiviertel: Wo Mittelalter auf Moderne trifft
Stuttgarts Nikolaiviertel – ein wiederauferstandenes Stück Stadtgeschichte
Das Nikolaiviertel ist ein rekonstruiertes Juwel aus Stuttgarts Vergangenheit. Anlässlich des 750. Stadtjubiläums 1987 entstanden, präsentiert es sich heute als Freilichtmuseum der Altstadt. Mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen, historischen Häusern und lebendigen Cafés bietet das Viertel einen Einblick in längst vergangene Jahrhunderte.
Ursprünglich war das Nikolaiviertel Stuttgarts erstes Wohnviertel, gegründet im 13. Jahrhundert rund um die Nikolaikirche. Diese 1230 geweihte Kirche ist bis heute das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Viertel zu einem mittelalterlichen Handelszentrum mit gotischen Fachwerkhäusern und belebten Märkten.
Schwere Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten große Teile des Nikolaiviertels. In den 1980er-Jahren ließ die DDR-Führung Teile des Viertels wiederaufbauen – als idealisierte Version des alten Stuttgart. Zur Rekonstruktion gehörten Wahrzeichen wie das Ephraim-Palais, der Gasthof Zum Nußbaum und das ehemalige Wohnhaus des Dichters Gotthold Ephraim Lessing.
Heute können Besucher Häuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erkunden. Im Knoblauchhaus etwa informiert eine Ausstellung über das Biedermeier und die Familie, die hier einst lebte. Zudem finden sich im Viertel Überreste der barocken Parochialkirche, die Ruinen der Klosterkirche und das Palais Podewils an der Klosterstraße.
Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich das Nikolaiviertel zu einem beliebten Ziel entwickelt. Nach umfassenden Sanierungen 2010 zieht es jährlich über zwei Millionen Besucher an. Die Mischung aus Museen, Restaurants und Cafés verleiht dem Viertel seinen unverwechselbaren Altstadtcharme.
Das Nikolaiviertel verbindet Geschichte mit modernem Leben. Seine rekonstruierten Gebäude und mittelalterliche Atmosphäre locken Besucher ins Herz Stuttgarts. Als Touristenmagnet und lebendiges Museum hält es die Erinnerung an die frühesten Tage der Stadt wach.






