Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro
Gerfried ThiesStuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro
Stuttgart 21: Bahnprojekt verzögert sich erneut – Fertigstellung erst 2031
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 steht vor einer weiteren schweren Verzögerung. Die vollständige Inbetriebnahme wird nun für das Jahr 2031 erwartet – zwölf Jahre später als ursprünglich geplant. Auch die Kosten sind auf über 11 Milliarden Euro explodiert, wobei die EU mindestens 726 Millionen Euro aus Fördermitteln übernimmt.
Ziel des Vorhabens ist es, Deutschlands erstes vollständig digitalisiertes Großbahnsystem zu schaffen. Es basiert auf dem Europäischen Zugsicherungssystem (ETCS) und digitalen Stellwerken. Doch Güterzüge ohne ETCS-Ausstattung werden weiterhin auf herkömmliche Signale angewiesen sein, was die Komplexität und die Kosten erhöht.
Baufehler haben zu erheblichen Rückschlägen geführt. Über 1.000 Kilometer Kabel und Kabelkanäle wurden falsch verlegt und müssen nun ausgetauscht werden. Mängel gab es auch bei der Notstromversorgung sowie an Bahnsteigen und Bodenbelägen. Die Probleme entstanden, weil die Kabelarbeiten begannen, bevor die technische Planung abgeschlossen war.
Alleine die Installation von 450 neuen Signalen soll 45 Millionen Euro kosten. Die Stadt Stuttgart hat bereits fast 460 Millionen Euro für den Erwerb von 109 Hektar Bahnfläche ausgegeben, doch die Entwicklung stockt wegen der wiederholten Verzögerungen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete das Projekt kürzlich als „langsam zu einem nationalen Witz“ werdend.
Der Fertigstellungstermin hat sich nun auf 2031 verschoben – fünf Jahre später als das letzte überarbeitete Ziel. Die steigenden Kosten und technischen Herausforderungen bremsen die Fortschritte weiter aus. Der Güterverkehr wird auch künftig auf ältere Signalsysteme angewiesen sein, parallel zur neuen digitalen Infrastruktur.






