Studienfinanzierung in der Krise: 250 Millionen Euro Kürzungen trotz steigender Mieten
Brigitta SchülerStudienfinanzierung in der Krise: 250 Millionen Euro Kürzungen trotz steigender Mieten
Ein Streit über die Studienfinanzierung ist zwischen den politischen Parteien entbrannt, während die Inflation weiterhin die Haushalte der Studierenden belastet. Der aktuelle Haushaltsentwurf der Regierung für 2026 kürzt die finanziellen Unterstützungen für Studierende und Auszubildende um 250 Millionen Euro – viele können sich dadurch kaum noch grundlegende Lebenshaltungskosten leisten. Gleichzeitig zielt ein neuer Antrag im Bundestag darauf ab, die Wohnkostenbeihilfen zu reformieren und die Leistungen an die steigenden Mieten anzupassen.
Der Antrag (Drucksache 21/2234) fordert drei zentrale Änderungen: die Anhebung des Grundbetrags auf Bürgergeld-Niveau, eine regionale Stafflung der Wohnkostenbeihilfen entsprechend der örtlichen Mietpreise sowie eine automatische Inflationsanpassung dieser Zuschüsse. Die bisher vorgeschlagene Erhöhung der Wohnkostenhilfe um 60 Euro reicht jedoch nicht aus, um die Mietsteigerungen auszugleichen – viele Studierende drohen dadurch in Armut abzurutschen.
Die Inflation hat die Kaufkraft der Studierenden bereits geschwächt, während der politische Stillstand zwischen CDU/CSU und SPD dringend notwendige Reformen blockiert. Die Regierung hat lediglich 67 Millionen Euro für Anpassungen der Wohnkostenbeihilfen vorgesehen – ein Schritt, der bei Bildungsexpert:innen auf scharfe Kritik stößt. Ayşe Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, betonte die Dringlichkeit, das BAföG so zu gestalten, dass es die Mietkosten deckt und Studierende sich auf ihr Studium konzentrieren können.
Kritiker:innen werfen der Regierung vor, Steuererleichterungen für Unternehmen Vorrang vor der Bildungsfinanzierung einzuräumen und damit den Fachkräftemangel weiter zu verschärfen. Ohne ausreichende Unterstützung sehen sich Studierende ständigem finanziellen Druck ausgesetzt, was ihre Chancen gefährdet, ihre Qualifikationen erfolgreich abzuschließen.
Die geplanten Reformen würden die Wohnkostenbeihilfen an die regionalen Mietpreise und die Inflation koppeln – das böte Studierenden mehr Planungssicherheit. Doch solange die Finanzierung ungelöst bleibt, riskiert der Haushalt 2026, viele ohne ausreichende Mittel für ihre Grundbedürfnisse zurückzulassen. Die Debatte im Bundestag wird zeigen, ob Studierende tatsächlich Entlastung von den steigenden Lebenshaltungskosten erhalten.






