05 February 2026, 06:41

Streit um Wolfsabschuss in Baden-Württemberg: Gericht entscheidet über Schicksal von GW2672m

Ein Buchumschlag mit einer detaillierten Zeichnung einer Herde grasender Rinder in einem Feld, mit Text in einer Kursivschrift.

Warum die Wolfsjagd das Land spaltet - Streit um Wolfsabschuss in Baden-Württemberg: Gericht entscheidet über Schicksal von GW2672m

Rechtsstreit um Wolfsabschüsse spitzt sich in Baden-Württemberg zu

Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart steht eine dringliche Klage von Naturschützern gegen die geplante Tötung des Wolfs GW2672m zur Entscheidung. Gleichzeitig haben Petitionen für und gegen die Abschüsse Zehntausende Unterschriften gesammelt – ein Zeichen für die tiefen Gräben in der Debatte um den Umgang mit Wildtieren.

Im Mittelpunkt des Streits stehen zwei Wölfe: GW852m, der bereits über 100 Nutztiere gerissen hat, und GW2672m, gegen den nun ein Abschussbefehl vorliegt. Beide Fälle verdeutlichen den Konflikt zwischen Landwirten, Politikern und Umweltschützern über den richtigen Weg im Zusammenleben mit Wölfen in der Region.

GW852m wird für mehr als 100 Angriffe auf Schafe, Rinder und Ziegen verantwortlich gemacht. Doch nach geltendem Recht darf ein Wolf nur dann geschossen werden, wenn er zweimal einen ordnungsgemäß errichteten Schutzzaun überwunden hat. Diese Regelung führt bei Landwirten zu Frust, während Naturschützer strengere Schutzmaßnahmen fordern.

Die Diskussion spaltet die Öffentlichkeit. Eine Petition gegen den Abschuss des Hornisgrinde-Wolfs (GW2672m) hat rund 45.000 Unterstützer gefunden. Gleichzeitig verlangert eine Gegenpetition seine Entfernung – aus Sicht der Unterzeichner ein notwendiger Schritt gegen eine überzogene Wolfsschutzpolitik.

In den vergangenen fünf Jahren wurden in Baden-Württemberg etwa zwölf Wölfe wegen wiederholter Nutztierrisse getötet – allein drei im Jahr 2023 und vier 2024. Die Entscheidungen stützen sich auf Berichte von Landwirtschafts- und Umweltbehörden.

Der Wildtierforscher Peter Christoph Sürth erklärt die emotional aufgeladene Debatte damit, dass Wölfe gleichermaßen als majestätisches Symbol der Natur und als Bedrohung wahrgenommen werden – besonders für Landwirte, deren Herden in Gefahr sind. Dieses zwiespältige Bild befeuert den Konflikt zwischen denen, die Natur kontrollieren wollen, und denen, die auf möglichst wenig menschlichen Eingriff setzen.

Auch politisch sind die Fronten klar: Konservative plädieren für eine strengere Regulierung der Wolfspopulation, während andere auf natürliche Prozesse setzen. Wildtierdokumentationen haben das Bild der Wölfe gewandelt – weg vom Schädling, der bei Unannehmlichkeiten einfach beseitigt wird.

Die anstehende Entscheidung des Stuttgarter Gerichts über den Abschussantrag für GW2672m könnte richtungsweisend sein. Naturschützer warnen, dass die Tötung des Tieres den Artenschutz in Deutschland insgesamt untergraben würde.

Das Urteil wird darüber entscheiden, ob Wolf GW2672m geschossen oder verschont wird. Beide Varianten werden langfristige Folgen für die Landwirtschaft, die Wildtierpolitik und die gesellschaftliche Haltung gegenüber Wölfen in der Region haben.

Unterdessen reißen die Petitionen und Klagen nicht ab. Der Konflikt bleibt eine Nagelprobe dafür, wie die Gesellschaft menschliche Interessen mit dem Schutz von Raubtieren vereint, die in deutsche Landschaften zurückkehren.