16 March 2026, 06:21

Streit um A14-Stellen: Gymnasiallehrkräfte fühlen sich benachteiligt

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Klassenzimmers mit sitzenden und stehenden Personen, die Stangen, Lampen, eine Wanduhr und Text am unteren Rand mit der Aufschrift "The School of Economics, London, England" zeigt.

Streit um A14-Stellen: Gymnasiallehrkräfte fühlen sich benachteiligt

Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat Pläne vorgestellt, bis Mai mehrere hundert Lehrstellen der Besoldungsgruppe A14 zu besetzen. Die Maßnahme soll erfahrenen Lehrkräften Aufstiegschancen bieten – doch bereits jetzt gibt es Kritik an der Verteilung der Stellen.

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) wirft dem Ministerium vor, die neuen Möglichkeiten würden vor allem Gesamtschulen begünstigen, während Gymnasiallehrkräfte deutlich weniger Chancen auf Beförderung hätten.

Die Beförderung in die A14-Besoldungsgruppe stellt für Lehrkräfte einen wichtigen Karriereschritt dar, der in der Regel auf die Einstiegsstufe A13 folgt. Mit den höher bewerteten Stellen sind oft zusätzliche Aufgaben verbunden, etwa in der Koordination oder Lehrplanentwicklung.

Laut Ministeriumsangaben entfallen 81 der A14-Stellen auf Gymnasien, 203 sind für Berufsschulen vorgesehen. Weitere Positionen stehen an Gesamtschulen zur Verfügung. Ein Teil der Stellen wird über ein schulinternes Bewerbungsverfahren vergeben, wie es die Verwaltungsvorschrift vom 19. März 2001 vorsieht.

Der PhV BW kritisiert die Verteilung scharf: Das Ministerium verlagere demnach A14-Stellen, die eigentlich für Gymnasien bestimmt seien, an Gesamtschulen. Der Verband spricht von einem "Budget-Taschenspielertrick" und warnt vor einer "systematischen Unterfinanzierung" des Gymnasiumspersonals. Die Politik führe zu strukturellen Ungleichgewichten, verzögere Beförderungen vieler Gymnasiallehrkräfte und sehe weder zusätzliche Mittel noch Planungsressourcen vor.

Die Vorgehensweise des Ministeriums ziele zwar darauf ab, die Aufstiegschancen zwischen den Schulformen anzugleichen, so der PhV BW – doch geschehe dies durch Umverteilung bestehender Ressourcen statt durch deren Ausbau.

Der Streit zeigt die Spannungen bei der Verteilung von Beförderungsmöglichkeiten zwischen den Schularten. Während 284 A14-Stellen bereits an Gymnasien und Berufsschulen vergeben wurden, bleiben die verbleibenden Positionen an Gesamtschulen umstritten.

Die Kritik des PhV BW deutet darauf hin, dass die Regelung ohne zusätzliche Finanzmittel Gymnasiallehrkräfte bei ihrer beruflichen Entwicklung benachteiligen könnte.

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