Streit im Mercedes-Werk eskaliert: Betriebsrat stoppt Überstunden und gefährdet Produktion
Hans-Josef BeckmannStreit im Mercedes-Werk eskaliert: Betriebsrat stoppt Überstunden und gefährdet Produktion
Eskalierender Streit im Mercedes-Werk Untertürkheim: Betriebsrat blockiert Überstunden
Die anhaltenden Spannungen im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim haben zu einem Abbruch der Verhandlungen zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern geführt. Als Reaktion hat der Betriebsrat nun ab dem 1. Juli die Genehmigung von Überstunden gestoppt – eine Maßnahme, die zu Produktionsverzögerungen führen könnte.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Rolle des Standorts beim Umstieg des Konzerns auf Elektrofahrzeuge. Mit rund 19.000 Beschäftigten gefährdet die Pattsituation sowohl Arbeitsplätze als auch die Produktion. Die Lage spitzte sich zu, nachdem ein Treffen am Montag keine Einigung über die Zukunft des Werks brachte. Der Betriebsrat pocht auf eine verbindliche Zusage, mindestens ein Elektromodell in Untertürkheim zu fertigen. Die Unternehmensführung hingegen gibt keine klaren Garantien, dass der Standort in die E-Auto-Produktion eingebunden wird.
Ohne solche Zusagen sei das langfristige Überleben des Werks gefährdet, warnt der Betriebsrat. Als Druckmittel setzte er daher das Überstunden-Moratorium durch – ein Schritt, der die Produktion spürbar bremsen könnte. Mercedes-Benz treibt unterdessen Pläne voran, bis 2022 zehn neue rein elektrische Modelle auf den Markt zu bringen.
Die Verhandlungen sollen nächste Woche fortgesetzt werden. Kernfrage bleibt, wie der Konzern die E-Fahrzeug-Produktion auf seine Standorte verteilt – und welche Folgen das für die Arbeitsplätze in Stuttgart-Untertürkheim hat. Die Entscheidung des Betriebsrats, Überstunden zu blockieren, markiert eine deutliche Zuspitzung des Streits. Bleibt der Konflikt ungelöst, könnte dies die Produktion in einem der größten Mercedes-Werke empfindlich stören. Das Ergebnis der anstehenden Gespräche wird zeigen, ob der Standort eine Zukunft in der Elektro-Offensive des Unternehmens hat.






