Streik der Apotheken in Pforzheim und Enzkreis für faire Bezahlung am 23. März 2026
Gerfried ThiesStreik der Apotheken in Pforzheim und Enzkreis für faire Bezahlung am 23. März 2026
Apotheken in Pforzheim und im Enzkreis schließen am 23. März 2026 im Streik um faire Bezahlung
Am 23. März 2026 bleiben die Apotheken in Pforzheim und im Enzkreis geschlossen – als Teil einer koordinierten Protestaktion gegen die seit Langem anhaltenden Streitigkeiten um die Vergütung. Nur die Christoph-Apotheke in Pforzheim hat geöffnet, da sie an diesem Tag Notdienste leisten muss. Doch auch bundesweit sind ähnliche Demonstrationen geplant: Apotheker fordern eine angemessenere Bezahlung für ihre Leistungen.
Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) hat eine Kundgebung vor der Christoph-Apotheke organisiert, an der sich benachbarte Apotheken solidarisieren werden. Christian Kraus, Vorsitzender der LAV-Geschäftsstelle Pforzheim, rief die Apothekenteams auf, in Arbeitskleidung zu erscheinen und mit Plakaten sowie Flugblättern auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Er gab zu, dass es erheblichen Aufwand gekostet habe, fast alle lokalen Apotheken für die Schließung zu gewinnen.
Andreas Plommer, Inhaber der Christoph-Apotheke, hatte sich ursprünglich für einen vollständigen Streik aller Notdienstapotheken ausgesprochen, um den Druck auf höhere Vergütungen zu erhöhen. Stattdessen wird seine Apotheke mit fünf Mitarbeitern am Vormittag und vier am Nachmittag arbeiten, um die Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Plommer kritisierte, dass die Notdienstgebühren seit über 20 Jahren nicht angepasst wurden – trotz steigender Kosten. Zudem betonte er die wachsende finanzielle Kluft zwischen der Krankenhausversorgung und den Leistungen der Apotheken.
In ganz Deutschland bleiben während des Protests Notdienstapotheken geöffnet, um die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung zu sichern. Gleichzeitig beteiligen sich zahlreiche Apotheken ohne Notdienst an der Aktion: Einige richten symbolische "Traueraltäre" ein, um auf ihre prekäre wirtschaftliche Lage hinzuweisen.
Am 23. März wird es flächendeckende Apothekenschließungen geben – mit Ausnahme der Notdienste. Die Organisatoren hoffen, dass die Demonstrationen die längst überfällige Reform der Vergütungsregelungen vorantreiben. Patienten, die auf Notdienstleistungen angewiesen sind, finden weiterhin Unterstützung in geöffneten Apotheken wie der Christoph-Apotheke.






