Stefanie Hertels harte Kindheit im Vogtland: Vom Plumpsklo zum DDR-Kinderstar
Gerd BuchholzStefanie Hertels harte Kindheit im Vogtland: Vom Plumpsklo zum DDR-Kinderstar
Stefanie Hertel, einstiger DDR-Kinderstar, blickt auf eine entbehrungsreiche Kindheit im Vogtland zurück
Die 46-jährige Stefanie Hertel, die als Kind in der DDR als Sängerin bekannt wurde, hat sich über ihre harte Jugend in der Vogtland-Region geäußert. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, erinnert sie sich an eine Kindheit ohne Heizung und mit einem Plumpsklo als einzige Sanitäranlage. Ihr Mann, Lenny Lanner, gibt offen zu, dass er manche ihrer Erzählungen aus dieser Zeit kaum glauben kann.
Hertel wuchs in Plauen auf, wo das Leben in den 1980er-Jahren deutlich härter war als in Westdeutschland. Die Region litt unter maroder Infrastruktur, knappen Ressourcen und den strengen Vorgaben des sozialistischen Systems. Trotz aller Widrigkeiten trat die Familie gemeinsam auf, und Stefanie Hertel avancierte zu einer der bekanntesten jungen Sängerinnen der DDR.
2019 begannen die Hertels nach einem gemeinsamen Weihnachtsmusical wieder als Familie aufzutreten. Ihre Tochter Johanna Mross schloss sich ihnen an – obwohl sie ursprünglich Konditorin gelernt hatte. Mross, die heute selbst Musikerin ist, betont, sie habe sich nie in den Beruf gedrängt gefühlt.
Die Geschichte der Familie spiegelt die Gegensätze der damaligen Zeit wider: Während Westdeutschland wirtschaftlich aufblühte, kämpften Regionen wie das Vogtland in der DDR mit Mangel und Abgeschiedenheit. Die Friedliche Revolution von 1989 brachte schließlich den Wandel, doch Hertels frühe Jahre bleiben eine eindringliche Erinnerung an das Leben vor der Wiedervereinigung.
Ihre Erlebnisse verdeutlichen die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland während des Kalten Krieges. Die musikalische Tradition der Familie lebt bis heute weiter – nun mit Johanna als Teil ihrer Auftritte. Ihre Geschichte verbindet eine schwierige Vergangenheit mit einer gemeinsamen Gegenwart in der Musik.






