Stadtrat genehmigt Renovierung des Ehinger Tors
Ulm plant radikale Umgestaltung des Ehinger Tors: Weniger Autos, mehr Grün und bessere Wege für Rad und Fuß
Der Bereich um das Ehinger Tor in Ulm steht vor einem grundlegenden Wandel: Der Stadtrat hat ein umfassendes Umgestaltungskonzept verabschiedet, das bis 2030 umgesetzt werden soll. Das Projekt sieht vor, Verkehrsflächen zu reduzieren, Grünanlagen auszuweiten und die Infrastruktur für Radfahrer, Fußgänger und den öffentlichen Nahverkehr deutlich zu verbessern. Zu den zentralen Maßnahmen gehören der Bau eines Tunnels als Ersatz für die Blaubeurer-Tor-Brücke sowie eine komplette Neugestaltung von Straßen wie der Neuen Straße und der Wagnerstraße.
Den Anfang macht die Neue Straße, wo zwischen Bismarckring und Schillerstraße die bisherigen fünf Fahrspuren auf drei verkleinert werden. Der gewonnene Platz soll einem modernisierten Haltestellenbereich für den ÖPNV, breiteren Gehwegen und einem beidseitig befahrbaren, drei Meter breiten Radweg mit Baumallee Platz machen. Ab 2027 werden längere Straßenbahnen das Gebiet bedienen, und bis 2030 sollen die Haltestellen barrierefrei ausgebaut werden.
Auch die Wagnerstraße wird umgestaltet: Künftig gibt es pro Richtung nur noch eine Fahrspur. Der nordwärts fließende Verkehr aus der Weststadt wird stattdessen über die Söflinger Straße und den Söflinger Kreisverkehr geleitet. Zudem verliert der Bismarckring zwischen Neuer Straße und Arsenalstraße eine Spur, um Platz für eine durchgehende Nord-Süd-Radroute zu schaffen. Die wohl spektakulärste Veränderung betrifft die B10: Die Blaubeurer-Tor-Brücke wird abgerissen und bis Ende 2029 durch einen 200 Meter langen Tunnel ersetzt. Diese Maßnahme ermöglicht weitere Anpassungen an Bismarckring und Furttenbachstraße, die mittelfristig auf fünf Spuren reduziert werden könnten. Später könnte zudem die Zinglerstraße als grüne Verbindung zu den Ehinger Parks entstehen – mit einem zentralen Fuß- und Radweg in Mittelinsel-Optik.
Die Zustimmung des Stadtrats erfolgte nach einer patt ausgegangenen Ausschussabstimmung, die schließlich den Weg für das Projekt freimachte. Ziel ist es, einen besser vernetzten, ökologischen Stadtraum zu schaffen, der die Innenstadt und die Weststadt enger miteinander verbindet.
Bis 2030 wird die Neugestaltung das Verkehrsgeschehen, den ÖPNV und die Grünflächen im Viertel Ehinger Tor grundlegend verändern. Der Tunnel unter der B10, weniger Spuren auf Hauptverkehrsadern und ausgedehnte Radwege bilden das Rückgrat der Pläne. Weitere Anpassungen an Bismarckring und Furttenbachstraße hängen vom Fortschritt der Brücken- und Tunnelarbeiten ab.