Stadtbahn-Projekt in Ludwigsburg spaltet Bürger und stößt auf massiven Widerstand
Gerfried ThiesStadtbahn-Projekt in Ludwigsburg spaltet Bürger und stößt auf massiven Widerstand
Pläne zur Reaktivierung eines Teils der Stadtbahnstrecke in Ludwigsburg stoßen auf massiven Widerstand – sowohl bei Anwohnern als auch bei lokalen Initiativen. Besonders in Möglingen sorgen sich Bürger über Lärmbelastung, Bauarbeiten und mangelnde Transparenz. Die Aktionsgemeinschaft, eine lokale Interessensvertretung, stellt zudem die Machbarkeit und Ausrichtung des Projekts infrage.
Die geplante Wiederinbetriebnahme des Abschnitts nach Markgröningen ist dabei zum zentralen Streitpunkt geworden. Zwar befürworten einige die Reaktivierung dieses Teilstücks, doch Möglinger Bürger kritisieren, dass damit andere Probleme ignoriert würden. Sie verweisen auf anhaltende Belastungen durch Baulärm und die Auswirkungen auf den Alltag – viele fühlen sich von den Entscheidungsprozessen ausgeschlossen.
Die Aktionsgemeinschaft hat die bisherige Vorgehensweise mehrfach hinterfragt. Bereits 2021 schlug sie vor, die Stadtbahn von Süden her in den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zu führen, doch dieser Vorschlag wurde verworfen. Nun plädiert sie dafür, das Projekt in westliche und östliche Abschnitte zu unterteilen, um zumindest die Strecke nach Markgröningen voranzubringen. Eine weitere Idee sieht vor, das alte Ladegleis der Firma Franck für die Stadtbahn zu nutzen.
Die Frustration über Verzögerungen und mangelnde Planung wächst. Die Aktionsgemeinschaft wirft dem Projekt vor, durch ungelöste Probleme sieben Jahre verloren zu haben. Zudem zweifelt sie daran, dass der Gemeinderat die jüngsten Pläne genehmigen wird. Die Möglinger Bürger zeigen sich enttäuscht über fehlende öffentliche Diskussionen und eine ausstehende Kosten-Nutzen-Analyse.
Aktualisierte Investitionskosten für die gesamte Strecke Ludwigsburg–Markgröningen–Schwieberdingen liegen nicht vor. Ohne klare Finanzdaten oder überarbeitete Schätzungen bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss.
Die Reaktivierung der Stadtbahn hängt weiter in der Schwebe, während der Widerstand zunimmt. Sowohl die Möglinger Bevölkerung als auch die Aktionsgemeinschaft fordern Änderungen – von alternativen Trassenführungen bis hin zu besserer Bürgerbeteiligung. Bleiben diese Forderungen unerfüllt, drohen weitere Verzögerungen oder gar das Scheitern des Vorhabens.