06 January 2026, 10:53

Spöttisches Plakat macht sich über Stuttgart 21 und die Deutsche Bahn lustig

Eine Bahnstrecke mit Plakaten an der Wand daneben.

Spöttisches Plakat macht sich über Stuttgart 21 und die Deutsche Bahn lustig

Satirisches Plakat verspotten das verzögerte Projekt Stuttgart 21

Diese Woche tauchte in Stuttgarts Königstraße ein spöttisches Plakat auf, das sich über das seit Jahren verschobene Bahnprojekt Stuttgart 21 lustig macht. Die Aktion der Aktivistengruppe Dies Irae richtete sich mit einer beißenden Parodie gegen die Marketingkampagne der Deutschen Bahn.

Die gefälschte Werbung zeigte die Komikerin Anke Engelke bei einer fiktiven Eröffnung von Stuttgart 21 – datiert auf „irgendwann im 21. Jahrhundert“. Die Aktivisten brachten das Plakat am 3. Januar an, indem sie es mit einfachen Werkzeugen in einen Displaykasten einschoben und diesen wieder verschlossen. Dabei entstand kein Sachschaden.

Die Satire ahmt eine frühere, selbstironische Kampagne der Deutschen Bahn nach, in der ebenfalls Engelke mitwirkte. Doch der Witz hat einen ernsten Hintergrund: Der Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs zieht sich nach Jahren der Rückschläge weiter hin. Erst kürzlich räumten Verantwortliche ein, dass selbst eine Teilinbetriebnahme – ursprünglich für Ende 2026 geplant – nicht mehr realistisch ist. Dies Irae protestiert seit Langem gegen das umstrittene Projekt, das von Kostenexplosionen und ständigen Verzögerungen geprägt ist. Mit ihrer jüngsten Aktion unterstreichen die Aktivisten die anhaltende Verärgerung über den unfertigen Bahnhof.

Der Streich lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf die Probleme des Projekts. Ohne konkreten Eröffnungstermin bleibt Stuttgart 21 ein Symbol für die chronischen Verzögerungen im deutschen Infrastrukturausbau. Das Plakat der Aktivisten – inzwischen entfernt – hat die öffentliche Debatte dennoch geprägt.