07 February 2026, 10:53

Sparkassen starten digitale Investmentplattform für selbstständige Anleger

Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Sparkassen starten digitale Investmentplattform für selbstständige Anleger

Die Sparkassen in Deutschland bringen im Sommer eine neue digitale Investmentplattform an den Start. Die Lösung richtet sich an selbstständige Anleger, die niedrige Gebühren und mehr Kontrolle über ihre Urlaubsplanung suchen. Damit reagieren die traditionellen Institute auf den wachsenden Wettbewerb mit digitalen Brokern in einem sich wandelnden Marktumfeld.

Die Plattform wird unabhängig vom bestehenden S-Broker-Service betrieben, der seit 2001 über 130.000 Kunden bedient. Stattdessen wird sie direkt in das digitale Banking-System der Sparkassen in der Nähe integriert. Die Orderausführung erfolgt über die eigene Infrastruktur der Gruppe, wobei die DWP Bank und die DekaBank eine zentrale Rolle spielen.

Zwei zentrale Herausforderungen soll das neue Angebot bewältigen: Zuverlässigkeit in Stoßzeiten und schneller Kundenservice. Viele Konkurrenz-Neobroker hatten in der Vergangenheit mit App-Abstürzen und langen Wartezeiten bei der telefonischen Unterstützung zu kämpfen, sobald das Handelsvolumen stark anstieg. Die Sparkassen versprechen hier eine stabilere Nutzererfahrung.

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Mit einem einfachen Gebührenmodell zielt die Plattform vor allem auf eigenständige Trader ab. Der Schritt folgt internen Diskussionen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe, wie selbstentscheidende Anleger – eine Klientel, die zunehmend zu digitalen Spezialanbietern abwandert – gehalten werden können. Gleichzeitig will die Gruppe ihr Image veralteter Systeme ablegen und den Druck auf Mitbewerber erhöhen, die sich noch an die Abschaffung des Payment-for-Order-Flow-(PFOF)-Modells anpassen müssen.

Der Erfolg hängt maßgeblich von der technischen Performance und dem Vertrauen der Nutzer ab. Frühere Versuche einzelner Regional-Sparkassen, wie etwa die geplante Handels-App aus Baden-Württemberg, konnten sich bisher nicht flächendeckend durchsetzen. Die aktuelle Initiative markiert den bisher ehrgeizigsten Vorstoß der Gruppe in den digitalen Brokerage-Markt.

Der Start wird zeigen, ob es den Sparkassen gelingt, Anleger anzuziehen, die Autonomie und Kostentransparenz schätzen. Sollte die Plattform halten, was sie verspricht, könnte sie den Wettbewerb unter Deutschlands Neobrokern neu ordnen. Die Einführung ist in den kommenden Monaten bundesweit geplant.